KOMMENTAR: „Nörgens bäter“ wissenschaftlich erklärt!



Von BERTHOLD BLESENKEMPER
Im Westen nicht Neues! So lassen sich die gestern vorgestellten Erkenntnisse aus dem teuren Markenbildungsprozess der Stadt zusammenfassen. Bocholt überzeugt durch seine Nähe zu Holland, seine Fahrradfreundlichkeit, durch die Historie und Natur, als  starker Wirtschafts- und Hochschulstandort und vor allem als eine starke Gemeinschaft. Wer hätte das gedacht? immerhin jedoch gaben die Markenberater aus Hamburg und von der Copenhagen Business School wertvolle, wenn auch nicht ganz neue Tipps. Konzentration auf nur wenige Stärken und Herausstellen derselben durch starke Bilder und Geschichten, die im Kopf bleiben, so ihren Empfehlung. 

Und genau das war bislang das große Problem. Das Stadtmarketing hat sich seit Jahrzehnten fast ausschließlich auf die Einkaufsstadt und die City konzentriert. Das Thema Shoppen aber, so stellten die Experten klar heraus, ist überhaupt kein Markenkern (mehr). Stattdessen müsse man viel mehr die anderen fünf Themen „ins Schaufenster stellen“, um Menschen zu gewinnen – und zwar mit schönen Fotos (wie man sie beim Münsterland e.V findet, siehe oben) und tollen Storys. Und genau das war und ist eine zweite große Schwäche des Bocholter Stadtmarketings.

Interessant waren einige kleine Details der gestrigen Präsentation. Wenn die Bocholterinnen und Bocholter Fremden ihre Stadt empfehlen sollten, würden sie ihnen hauptsächlich von der Kirmes erzählen, vom historischen Rathaus, von den vielen Radwegen, der Schönheit ihrer Heimat und von vielem, vielem mehr – nur augenscheinlich auf keinen Fall von der neuen „Aa-Philharmonie“ am Berliner Platz, die derzeit jedoch (fast) alles Geld bindet.

Fazit: Jetzt haben wir  wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse darüber, was wir eigentlich immer schon wussten: Nörgens bäter as in Bokelt!  Immerhin!

Foto: Sebastian Lehrke / Münsterland e.V

  1. Tja, wie war das mit dem Kaiser seine neuen Kleider? Am Ende war er nackt und die Spießbürger wurden an der Nase herum geführt. Und die Hamburger haben ordentlich abgesahnt und allgemeine Floskeln für teures Geld an den Mann gebracht.

  2. Paulchen Panter says:

    Ein tolles Ergebnis, alle möglichen Einrichtungen hätten sich über einen kleinen Teil des dort ver(sch)wendeten Geldes gefreut, Kitas, Schulen, das Tierheim oder wer auch immer sonst….
    Uns gehts immer noch viel zu gut!

  3. Altenbeck Hermann says:

    Was soll der Seitenhieb mit der „Aa-Philharmonie“? Soll denn E-Kultur wie Schauspiel, Oper und Konzert einfach dem allgemeinen Event-Zirkus geopfert werden? Es gibt MEHR Bocholt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert