KOMMENTAR: Stadt steckt in einer klassischen Zwickmühle



Ein Kommentar von BERTHOLD BLESENKEMPER

Jetzt ist bei der Rathaussanierung das Tischtuch zwischen der Stadt Bocholt und dem Architekturbüro Böhm endgültig zerschnitten. Die jüngsten Vorwürfe der Kölner kann und wird Bürgermeister Thomas Kerkhoff nicht auf sich sitzen lassen. Dumm nur, dass er am kürzeren Ende des Tisches sitzt. Denn Professor Dr. Böhm kann jederzeit die Trumpfkarte des Urheberrechtsinhabers ausspielen. Und er tut das offenbar auch.

Was tun? Die Stadt kann klein beigeben und möglichst viele der Arbeiten des Projektplaners selbst übernehmen. Dann aber kommt es zu weiteren Verzögerungen und die Sache wird immer teuer. Oder man sucht sich einen neuen Architekten. Dann aber kommt es zu weiteren Verzögerungen und die Sache wird immer teuer. So etwas nennt man die perfekte Zwickmühle.

Wer hat Schuld? Das lässt sich momentan schwer sagen. Die Stadt jedenfalls hat von Anfang an aufs falsche Pferd gesetzt. Tatsächlich wird ihr Handeln mehr vom Wunschdenken als von nüchternen Kalkül bestimmt. Und daran hat der nach wie vor gänzlich unkritische Rat eine gehörige Mitschuld.

Auf der anderen Seite scheint auch das Architekturbüro Böhm kein einfacher Partner sein. Beim Bau der berühmten Kölner Moschee sahen sich die Planer ähnlichen Vorwürfen ausgesetzt. Es endete damit, dass die Türkisch-Islamische Union (DITIB) damals den Vertrag kündigte.

In der freien Wirtschaft wäre das der Moment, in dem man die Stopp-Taste drückt und noch einmal neu nachdenkt, bevor die Sache in einer Vollkatastrophe endet. Wenn nicht jetzt, wann dann?

  1. Wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen! Dieser einfache juristische Grundsatz gilt auch für den Rat der Stadt und den Bürgermeister. Wenn man ein neues Stockwerk und eine neue Innenausstattung möchte, kostet es eben. Ein anderer Planer als das Architektbüro Böhm macht es auch nicht billiger. Wer seine Möbel aus dem Fenster wirft, bevor er weiss wo die nächste Bleibe ist, wird obdachlos! Die Rechnung wird eben für den Steuerzahler ein teurer Spass! Zurück geht nicht mehr!

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