MIT KOMMENTAR: Stadt weist Mitverantwortung für Europahaus-Ende zurück, will sich aber um Lösung bemühen

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Das Aus für das Bocholter Europahaus zum Jahresende sorgt für erhebliche Unruhe. Denn die Stadt verliert damit einen der wichtigsten Orte für Tagungen, kulturelle Veranstaltungen und bürgerschaftliches Engagement. Dabei ist die Situation in dieser Hinsicht schon jetzt angespannt. Im Rathaus weist man jede direkte Verantwortung zurück. Aber man bemüht sich offenbar um eine Lösung.

Bereits für die kommenden Wochen seien Gespräche mit den Eigentümern des Europahauses angesetzt, heißt es auf Anfrage von Made in Bocholt. Operative Entscheidungen über die Fortführung lägen allerdings im Verantwortungsbereich der Betreiber, heißt es weiter. Zudem betont die Verwaltung: „Die PSA GmbH war zu keinem Zeitpunkt Teil der Gesellschafterstruktur der Stadt Bocholt, weshalb von städtischer Seite keine unmittelbare Mitverantwortung für die geschäftlichen Entscheidungen des Unternehmens besteht.“

KOMMENTAR

Von BERTHOLD BLESENKEMPER

Gut, dass die Stadt sich um eine Lösung in Sachen Europahaus bemühen will. Lächerlich aber ist, wie sie versucht, sich aus der Verantwortung zu stehlen. „Die PSA GmbH war zu keinem Zeitpunkt Teil der Gesellschafterstruktur der Stadt Bocholt“, heißt es in einer Stellungnahme (siehe oben). Das ist formal korrekt. Aber blicken wir zurück: Die PSA ist eine Tochter der Vereine jusina und LIA. Diese beiden sind offizielle Ausgründungen der 100-prozentigen Stadttochter EWIBO, deren ehemaliger Geschäftsführer in Personalunion auch Vorstandsvorsitzender der Vereine jusina und LIA sowie Geschäftsführer von deren Tochter PSA GmbH war.

Kontrollorgan der EWIBO und von deren ehemaligen Geschäftsführer, der in Personalunion auch Vorstandsvorsitzender der Vereine jusina und LIA sowie Geschäftsführer der PSA GmbH war, waren der ausschließlich aus Ratmitgliedern bestehende Aufsichtsrat und die ausschließlich aus Ratmitgliedern bestehende Gesellschafterversammlung der EWIBO. Wenn man also jetzt tatsächlich versucht, seine Hände in Unschuld zu waschen, klingt das irgendwie wie aus einem schlecht gemachten Mafia-Film. Es wird Zeit, dass endlich ordentliche Gerichte Licht in dieses Dauer-Dunkel bringen.

Foto: Ein Schild aus dem Jahr 2022, das die Verbindungen zwischen den alle im Europahaus residierenden Gesellschaften der Stadt, deren Vereine und deren Tochter aufzeigt

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