KOMMENTAR: Steinwürfe aus dem politischen Glashaus!

KOMMENTAR: Steinwürfe aus dem politischen Glashaus!
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VON BERTHOLD BLESENKEMPER

Es ist nicht zu fassen. Jahrelang hat die Politik im EWIBO-Aufsichtsrat am üppigen Büffet gestanden, leckeren Rotwein getrunken und weggesehen wo immer es ging. Sie hat zugelassen, ja sogar gefördert, dass sich die Tochtergesellschaft zur viel zitierten „Krake“ entwickelt und laut einem amtlich bestellten Fachjuristen ein „rechtlich fragwürdiges“ Konstrukt aufgebaut hat. Und jetzt, wo das Kind in den Brunnen gefallen ist und die Staatsanwaltschaft ermittelt, entpuppen sich ausgerechnet die Altvorderen – allen voran Dieter Hübers von der Stadtpartei – als die Steinewerfer, die aus dem Glashaus heraus den einzigen zu treffen versuchen, der nun wirklich nachweislich überhaupt gar nichts für den ganzen Schlamassel kann – Bürgermeister Thomas Kerkhoff.

Nur zur Erinnerung: Es war die Bocholter Lokalpolitik, die jahrelang die Verantwortung für die EWIBO getragen hat – nicht Thomas Kerkhoff. Es ist die Politik, die die Ernennung eines Co-Geschäftsführers aus nichtöffentlicher Sitzung ausgeplaudert hat – nicht Thomas Kerkhoff. Und es ist die Politik, die sich jetzt auf dem Rücken des EWIBO-Geschäftsführers Berthold Klein-Schmeink zu etablieren versucht – nicht Thomas Kerkhoff.

Der Bürgermeister hat nur einen Fehler gemacht. Er hätte dem Geschäftsführer keinen „Aufpasser“ zur Seite stellen dürfen, sondern Berthold Klein-Schmeink umgehend beurlauben müssen. So etwas hat im Übrigen nichts mit Vorverurteilung zu tun, sondern einzig und allein damit, den Betroffenen schnellstmöglich aus der Schusslinie zu nehmen und ihm eine Ruhepause zu gönnen. In der freien Wirtschaft wäre das ein ganz normaler Vorgang.

Den Vogel aber schießt Dieter Hübers ab, wenn er meint: „Dem Bürgermeister wünschen wir, dass er in erster Linie ein Bürgermeister ist und nicht nur ein Rechtsanwalt, der meint, er müsste dringend Veränderungen vornehmen. Deshalb ist er nicht von den Bocholter Bürgern gewählt worden.“ FALSCH Herr Hübers. Exakt deshalb sind die Kandidatinnen und Kandidaten der etablierten Parteien so gnadenlos abgestraft und Thomas Kerkhoff völlig überraschend im ersten Wahlgang mit absoluter Mehrheit gewählt worden. Die Mehrheit der Bocholterinnen und Bocholter hat ihn gewählt, weil sie hofft und es ihm zutraut, dass es endlich mal einer richtig macht. Dieser eindeutig Bürgerwille gibt dem Bürgermeister ein mächtiges Mandat, wie es sonst keiner in der gesamten Stadtverordnetenversammlung hat. Hoffentlich ist sich Thomas Kerkhoff dessen immer bewusst…

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