Kultur pur: Stadttheater-Verein lässt Zuschauer- und hörer „eintauchen in andere Welten“

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„Eintauchen in andere Welten“: So lautet das Motto der neuen Spielzeit des Vereins Stadttheater Bocholt. Wie gewoht wird ein Jahr lang Unterhaltsames, Musikalisches, Nachdenkliches und Ernstes geboten. Die Zuschauer und -hörer jeden Alters erleben dabei zeitgenössische wie auch klassische Welten. Den Anfang macht schon am morgigen Mittwoch in der Spinnerei des TextilWerks die Sophokles-Tragödie Antigone – allerdings in einer nordernen Version als Figurentheater mit Livemusik (Foto).
Für den ehrenenamtlich arbeitenden Verein wird es zunehmend schwerer, ein anspruchsvolles Programm anzubieten. Denn so lange wie das Rathaus noch saniert wird, steht kein großer Saal für großes Punlikum zur Verfügung. Die Folge: „Unser Etat hat sich in den vergangenen Jahren durch die fehlenden Einnahmen halbiert“, rechnet der neue Geschäftsführer Michael Bollerott. Gleich ist es gelungen, für jeden etwas zu finden.
Die Reihe „Theater am Abend“ präsentiert unterschiedliche Stücke und Formate. Dazu zählt die Inszenierung „Herr Lehmann“, die das Publikum ins West-Berlin der 1980er-Jahre entführt, sowie die Hildegard-Knef-Revue „Der Teufel und die Diva“, die einen Blick in die Wirtschaftswunderzeit wirft.
Im Comedy-Bereich kehrt Marcel Köslin zurück nach Bocholt. Mit einer Mischung aus Comedy, Kabarett, Zauberei, Akrobatik und skurrilen Einlagen war er bereits bei den Bocholter Kulturtagen zu sehen. Hier versucht der Theaterverein in kleinen Schritten an die erfolgreiche Tradition der Bühne Pepperoni anzuschließen.
Auch die Konzertreihe führt in besondere Klangwelten. Neben zwei jungen Quartetten und klassischer Kammermusik wird der Kontrabass als Soloinstrument vorgestellt. Beim „Bocholter Neujahrskonzert“ überrascht zudem die Mundharmonika als Hauptinstrument. Mit dem Programm „Beethoven trifft Klezmer und andere musikalische Grenzgänge“ werden ungewöhnliche musikalische Verbindungen geschaffen, die wohl auch dem Freigeist Beethoven gefallen hätten.
Da in Bocholt kein Raum für große Opernproduktionen zur Verfügung steht, kommt mit Georg Friedrich Händels „Il Floridante“ eine sogenannte „Pocket Oper“ auf die Bühne. Ungewöhnlich Ergänzt wird die Aufführung durch einen Beitrag des Poetry-Slammers Florian Wintels.
Für Kinder und Jugendliche gibt es ebenfalls ein vielfältiges Angebot. Das Kindertheater zeigt „Robin Hood“ und die Kinderoper „Pettersson und Findus und der Hahn im Korb“. Für die Jüngsten wird „Der kleine Häwelmann“ nach Theodor Storm inszeniert. Im Jugendtheater steht „Irgendwo ist immer Süden“ nach dem preisgekrönten Bestseller von Marianne Kaurin auf dem Spielplan.
