Oktober 2, 2022

LWL gibt 264 Millionen im Kreis Borken aus

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat im Jahr 2021 rund 264 Millionen Euro (2020: 246 Millionen Euro) im Kreis Borken ausgegeben. Der Kreis Borken als LWL-Mitglied zahlte im selben Jahr einen Mitgliedsbeitrag von rund 95,8 Millionen Euro (2020: 91,9 Millionen Euro) an den Kommunalverband. Die Differenz zwischen Ausgaben und Einzahlung stammt im Wesentlichen aus zusätzlichen Bundes- und Landesmitteln. Das erklärten jetzt die in der LWL-Landschaftsversammlung vertretenen Abgeordneten aus dem Kreis Borken Stephanie Pohl, Wilhelm Stilkenbäumer, Dr. Kai Zwicker, Elisabeth Lindenhahn, Marc Jaziorski und Gertrud Welper.
Die Corona-Krise habe der LWL bisher zwar gut überstanden, so die Abgeordneten weiter. Die hohe Inflationsrate und die Folgen aus dem Krieg in der Ukraine würden aber gerade die kommunalen Haushalte und damit auch den LWL in Zukunft belasten, weil die Ausgaben für die Betreuung von Menschen mit Behinderungen oder Kinder und Jugendliche aus den Kriegsgebieten stiegen.

Im vergangenen Jahr unterstützte der LWL mit dem größten Teil seiner Ausgaben behinderte und pflegebedürftige Menschen. Insgesamt flossen 132,9 Millionen Euro in diese sozialen Aufgaben im Kreis Borken. Menschen mit Behinderung sollen durch die finanzielle Unterstützung möglichst gleichberechtigt und selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können, wie es das Bundesteilhabegesetz fordert.

Zu einem selbstbestimmten Leben gehört auch das Wohnen in den eigenen vier Wänden: Der LWL fördert daher das ambulant betreute Wohnen als Alternative zum stationären Leben in besonderen Wohnformen (früher: Wohnheim). Im vergangenen Jahr unterstützte der Kommunalverband deshalb 1.471 (2020: 1.398) Menschen im Kreis Borken dabei, alleine oder mit anderen in der eigenen Wohnung leben zu können.

2021 zahlte der LWL im Kreis Borken für 1.097 (2020: 1.092) Wohnheimplätze („besondere Wohnformen“). Außerdem finanzierte er 1.986 (2020: 1.904) Arbeitsplätze in Werkstätten für Menschen mit wesentlicher Behinderung. Betriebe, die – gemessen an ihrer Mitarbeiterzahl – zu wenige schwerbehinderte Menschen beschäftigen, entrichten eine Ausgleichsabgabe. Aus diesen Mitteln investierte das LWL-Inklusionsamt Arbeit im vergangenen Haushaltsjahr rund 3,3 Millionen Euro (2020: 3,8 Millionen), um Menschen mit Behinderung ins Arbeitsleben zu integrieren, ihren Arbeitsplatz den eigenen Bedürfnissen entsprechend anzupassen oder zu erhalten.

212 (2020: 208) Kinder mit Behinderung aus dem Kreis Borken besuchten 2021 einen Förderschulkindergarten oder eine Förderschule des LWL. Rund 5 Millionen Euro (2020: 4,6 Millionen) zahlte der Landschaftsverband dafür, dass 677 (2020: 635) behinderte Kinder zusammen mit ihren Altersgenoss:innen ohne Behinderung eine Regel-Kindertageseinrichtung besuchen konnten.

An Entschädigungsleistungen zahlte das LWL-Amt für Soziales Entschädigungsrecht 2021 im Kreis Borken rund 4,6 Millionen Euro (2020: 4,6 Millionen Euro). Zu den Leistungsempfänger:innen gehörten unter anderem Kriegsopfer und Hinterbliebene. Bei Corona-bedingten Verdienstausfällen im Zusammenhang mit einer angeordneten Quarantäne, einem Tätigkeitsverbot oder aufgrund der Betreuung von Kindern entschädigte der LWL 2021 westfalenweit die Betroffenen mit 175 Millionen Euro.

Im Kreis Borken arbeiteten im vergangenen Haushaltsjahr 79 (2020: 78) Menschen im Dienst des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, unter anderem in der LWL-Tagesklinik Borken und im LWL-Industriemuseum – Textilwerk Bocholt.

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