Dezember 6, 2021

Marktplatz Bocholt – zehn Tipps für den lokalen Handel

Von BERTHOLD BLESENKEMPER

Märkte und Messen ziehen seit Urzeiten Menschen an. Weil viele Händler mit vielen Waren dort zusammenkommen.  Die Kauf- und Warenhäuser handeln nach dem gleichen Prinzip. Einmal hin, alles drin. Im Internetzeitalter greift Amazon die Idee auf und feiert weltweit Erfolge. Grund: Mit nur drei Klicks mit der Maus oder dem Finger ist ein Produkt gefunden, ausgewählt, gekauft und wird nach Hause geliefert. Einzelhändler haben es gegen eine derart konsequent kundenorientierte Strategie schwer. Ihnen fehlt oft die digitale Struktur oder einfach ein Marktplatz. Das spüren sie gerade jetzt, wo die Läden wegen der Corona-Krise geschlossen sind. Was tun? Hier zehn Tipps.

  1. Kopf nicht in den Sand stecken: Auch wenn’s gerade jetzt schwer fällt. Aber Krisen bieten immer auch Chancen. Denn sie zwingen dazu, gewohnte Strukturen zu überdenken und sich eventuell für die Zukunft erfolgreicher aufzustellen. Amazon könnte als der Gewinner der Corona-Krise hervorgehen, wenn der stationäre Handel dem nie etwas entgegensetzt.
  2. Präsent bleiben: Wer online, per Whatsapp, per Chat, über soziale Medien oder am Telefon für Kunden erreichbar bleibt, wird weniger schnell vergessen. Wer frei Haus liefert und sich in entsprechende Verzeichnisse eintragen lässt, beweist Zuverlässigkeit und Sicherheit – genau das, was Kunden in Krisenzeiten suchen. Ganz wichtig: Ein Google-Business-Eintrag.
  3. Digitaler werden: Im ersten Schritt reicht ein Smartphone, um Fotos oder Videos zu machen und auf Plattformen wie Facebook, Instagram, Pinterest oder Ebay-Kleinanzeigen sich und seine Produkte zu präsentieren. Aber Achtung: Für gewerblich Anbieter gibt es bei manchen gesonderte Bedingungen. Wohl dem, der zudem einen eigenen Onlineshop hat. Er kann jetzt dorthin verlinken und weiter handeln.
  4. Weiter werben: Kein (digitales) Angebot nutzt etwas, wenn man die Kunden nicht darauf aufmerksam macht. Insofern muss – wie im analogen Geschäft auch – dafür getrommelt werden. Das geht gut und vergleichsweise günstig über soziale Medien oder die Suchmaschinen. Via Smartphone erreicht man fast alle Menschen, die dann nur einen Klick entfernt sind. Wer ältere Menschen als Zielgruppe hat, ist zudem bei Printmedien weiter gut aufgehoben.
  5. Sich vernetzen: Hier kommt das Marktplatzprinzip (siehe oben) ins Spiel. Wo viele Händler zusammenkommen, ist es auch für Kunden interessanter. Wenn dann dort – wie im realen Leben – auch noch Nachrichten, Klatsch und Unterhaltung geboten werden, umso besser. Attraktivität sorgt für Frequenz. Frequenz wiederum sorgt für „Lauf-“ sprich „Klickkundschaft“.
  6. Schrittweise vorgehen: Wer sich nicht gleich an einen eigenen Onlineshop herantraut, kann einen digitalen Stand mieten und schnell und günstig (momentan sogar vielfach kostenlos) starten.
  7. An den Kunden denken: Amazon macht es vor.  Wer das Digitalgeschäft an seine persönlichen Workflows, Arbeitszeiten oder Vorlieben anpassen will, hat schon verloren. Das Onlinegeschäft ist anonym. Loyalität ist eher selten. Wer öffentlich Aufrufe wie “Kauf lokal” liked, muss das lange noch nicht auch so tuen.
  8. Professionell bleiben: Wer gewohnt ist, gute Ware bestmöglich und attraktiv im Schaufenster zu präsentieren, sollte es online ebenso machen. Es gilt: Je besser das Foto und die Produktbeschreibung, desto größer der Erfolg. Vor allem der Text ist wichtig. Denn er wird von den Robotern der Suchmaschinen ausgelesen und macht Produkte im Netz erst auffindbar.
  9. Erwartungen herunterschrauben:  Wer sich zu viel vornimmt, wird zwangsläufig enttäuscht. Auch online dauert es, bis sich die erste Erfolge einstellen. Wunder dauern nun mal etwas länger.
  10. An morgen denken: Jetzt finden viele Händler Zeit, ihre Präsenz im Netz zu optimieren und persönlich auszuliefern. Was aber ist, wenn ihre Läden (hoffentlich bald) wieder öffnen. Wer pflegt dann Produkte ein, kümmert sich um die Abwicklung und die Werbung und liefert aus? Kunden sind (erst Recht jetzt) durchaus bereit, dem lokalen Handel zu helfen. Aber sie erwarten neben einem tollen Einkauferlebnis moderne Strukturen. Die nämlich möchten die auf keinen Fall mehr missen…

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