Mini-Markt in der Giethorst: Caritas Quartiersarbeit hilft, Lebensqualität im Quartier zu erhalten



Auf das neue Zentrum Stenern warten sie schon lange. Seit der Edeka am Platanenweg geschlossen wurde, ist gerade für ältere Menschen in der Giethorst die Nahversorgung zusammengebrochen. „Viele Menschen klagen darüber, dass der alltägliche Einkauf für sie zu einer großen Herausforderung geworden ist“, berichtet Agnes Epping, die sich im Seniorenbeirat der Stadt Bocholt engagiert.

Natürlich könne die Innenstadt oder der Edeka in Stenern mit dem Bus erreicht werden, aber die Wege werden weiter und beschwerlicher. „Und Nahversorgungszentren sind immer auch Orte der Begegnung“, weiß Manuel Loeker, der die Quartiersangebote des Caritasverbandes koordiniert. „Beim Einkauf trifft man Bekannte, kann mit dem Personal quatschen. Gerade für alleinlebende Menschen sind diese Kontakte häufig im Alltag die einzigen sozialen Kontakte.“ Deswegen engagiert sich Julia Voß z.B. im Quartiersbüro an der Münsterstraße für eine soziale und lebendige Nachbarschaft. Voß ist seit Mai dafür zuständig, Nachbarschaftsinitiativen zu unterstützen, Angebote im Quartier zu organisieren und Beratungen anzubieten.

Die Sozialarbeiterin hat gemeinsam mit dem Seniorenbeirat, unterstützt durch Wilhelm Schepers, einen mobilen Mini-Markt am Platanenweg organisiert. „Wir haben uns umgehört, was den Leuten vor Ort am meisten fehlt. Und dann konnten wir die Bäckerei Gerads und den Hofladen Slüter gewinnen. Damit können wir eine Versorgung mit Brot und Fleisch sowie ein bisschen Obst, Gemüse und Eier anbieten“, stellt Voß den Minimarkt vor. Jeden Dienstag öffnen die Händler ihre Wagen von 9 bis 11 Uhr am Platanenweg vor dem alten Edeka. Die Caritas ist mit einer Tasse Kaffee oder Tee vor Ort. „Direkt beim ersten Mal sind hier schon viele Anwohner vorbeigekommen und auf einen Plausch geblieben“, freuen sich die Initiatoren. „Unsere Flyer sind wir alle losgeworden. Jeder, der vorbeikam, kannte jemanden, der sich über so ein Angebot freut und Nachbarn, Angehörige und Pflegedienste haben die Info gestreut“, teilt Manuel Loeker seine Beobachtungen des ersten Mini-Marktes.

 „Wir warten jetzt die Resonanz ab und gucken dann, wen wir ggf. noch für den Mini-Markt gewinnen können“, so Wilhelm Schepers, der dabei geholfen hat, die ersten Händler ins Boot zu holen. Julia Voß freut sich, dass die Anregungen der Bewohner aus dem Quartier umgesetzt werden konnten. Schließlich sei genau das Aufgabe der Quartiersarbeit: Da unterstützen, wo die Menschen wissen, was ihnen fehlt, sie es aber aus eigener Kraft nicht organisieren können. Nach dem erfolgreichen Start hoffen die Initiatoren nun darauf, dass das Angebot von vielen Menschen angenommen wird. Denn nur so kann der Mini-Markt langfristig halten und zu einem festen Begegnungsort im Quartier werden.

Bild von links: Julia Voss, Manuel Loeker, Wilhelm Schepers, Agnes Epping.

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