Ministerentscheid als letzte Hoffnung auf einen Rathaus-Abriss

Ministerentscheid als letzte Hoffnung auf einen Rathaus-Abriss
all

Von BERTHOLD BLESENKEMPER

Auf den ersten Blick scheint es lediglich ein 400.000 Euro teures Scharmützel am Rande der millionenschweren Rathaussanierung in Bocholt zu sein. Eventuell aber könnte der seit einem Jahr schwelende Streit zwischen Stadtverwaltung und den Denkmalschutzbehörden in Münster um eine scheinbar nebensächliche Tieferlegung des Foyers doch noch zu einem Komplettabriss des Gebäudes führen. Denn wenn sich beide Seiten in der Detailfrage nicht einigen, muss ein Ministerentscheid her. Und der könnte, so spekulieren die Abrissbefürworter, in einer Aufhebung des Denkmalschutzes enden. Dann dürften die Karten am Berliner Platz komplett neu gemischt werden.

Von alledem ahnten die meisten Mitglieder des Bezirksausschusses Mitte heute vermutlich nichts, als die Verwaltung über den Stand der Dinge in der Foyer-Frage berichtete. Die Stadt will im Rahmen der Sanierung des Rathauses bekanntlich das Foyer tiefer legen <madeinbocholt.de/stadt-will-rathausfoyer-tiefer-legen/> und so viele Stufen verschwinden lassen. Das soll die Barrierefreiheit sicherstellen. Doch der Denkmalschutz ist dagegen. Er plädiert dafür, den Aufzug links neben der ersten Treppe nach rechts zu verlegen und einen anderen Aufzug bis zum bestehenden Foyer zu verlängern. Baurat Daniel Zöhler wiederum hält hartnäckig an der von ihm präferierten großen Lösung fest.

Das führt dazu, dass dem Landschaftsverband nun Anfang Juli wohl die endgültigen Vorschläge der Bocholter zur Entscheidung vorgelegt werden. Der Denkmalschutz dort hat dann drei Monate Zeit zu reagieren. Lehnt er endgültig ab, wird Bocholt die NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach als höchste Instanz um eine Entscheidung bitten. Auch das könnte erneut ein Quartal in Anspruch nehmen. Damit stünde erst Ende 2020 und damit nach mehr als einem Jahr Leerstand fest, ob und wie es am Berliner Platz weitergeht.

Momentan tut eine solche Verzögerung nicht weh, weil die Stadt – wie berichtet – die Planungen für die technische Gebäudeausstattung <madeinbocholt.de/rathaussanierung-verzoegert-sich-schon-wieder-um-sechs-monate/> und Haustechnik neu Ausschreiben muss. Und das sorgt ohnehin für Verzögerungen von geschätzt sechs Monaten.

Made in Bocholt

Über Made in Bocholt

Made in Bocholt ist ein Nachrichtenportal. Die hier veröffentlichen Artikel bestehen aus Pressemitteilungen verschiedener Quellen sowie aus Autorenbeiträgen, die in der Regel durch Namensnennung angezeigt werden.