Ministerentscheidung: Zentrale Ausländerbehörde (ZAB) kommt nach Coesfeld

Ministerentscheidung: Zentrale Ausländerbehörde (ZAB) kommt nach Coesfeld
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Kreis Borken. Nein, er sei kein schlechter Verlierer, erklärt Borkens Landrat Dr. Kai Zwicker nach der heutigen Entscheidung des Ministers für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration, Dr. Joachim Stamp, die neue Zentrale Ausländerbehörde (ZAB) für den Regierungsbezirk Münster in Coesfeld ansiedeln zu wollen. Im Gegenteil, ausdrücklich gratuliere er dem Mitbewerber um den ZAB-Standort. Was er aber deutlich kritisieren müsse, sei das Auswahlverfahren des Landes – Dr. Zwicker: “Kriterien für seine Entscheidung hat der Minister überhaupt nicht vorgegeben!” Die einzige Maßgabe sei gewesen, die Standortbewerbung schnellstmöglich auf den Weg zu bringen. Und da habe der Kreis Borken binnen kürzester Zeit in enger Abstimmung mit den politisch Verantwortlichen des Kreistages und der Stadt Gronau offen und transparent für alle ein exzellentes Angebot unterbreitet: Das Gründerzentrum in Gronau könne innerhalb weniger Wochen bezogen werden, die verkehrsmäßige Anbindung über die Autobahn A 31, die Bundesstraße B 54 und die Eisenbahn sei außerordentlich günstig und die Ausländerbehörde des Kreises leiste effektive, weithin anerkannte Arbeit und wirke – gemeinsam mit den kreisangehörigen Kommunen – auch in der Flüchtlingshilfe mit.

Warum diese aus seiner Sicht maßgeblichen Faktoren nun nicht “gezogen” hätten, ist für Borkens Landrat nicht nachvollziehbar. Das nach der Bewerbung beim Land in Gang gesetzte Auswahlverfahren bleibe völlig undurchsichtig. Zunächst habe es geheißen, die Standortentscheidung, die sich der Minister persönlich vorbehalten habe, erfolge innerhalb weniger Tage. Dann wiederum sei zunächst eine Bereisung der Bewerberstandorte angedacht gewesen, die aber doch nicht stattfand. “Richtig wäre es gewesen, wenn der Minister von Anfang an klar und deutlich gesagt hätte, worauf es ihm ankommt”, konstatiert Dr. Kai Zwicker. Dann hätten sich alle interessierten Bewerber darauf fokussieren können und sich die viele zusätzliche und – wie sich jetzt herausstelle – unnötige Arbeit ersparen können. Ausdrücklich bedankt sich der Landrat bei Gronaus Bürgermeisterin Sonja Jürgens, den Kreistagsabgeordneten und den Mitgliedern des Rates der Stadt Gronau für die Unterstützung bei der Bewerbung.