Missbrauchsfall Schwimmbad Zelhem wird nicht hinter verschlossenen Türen verhandelt

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Das Verfahren gegen einen 21-jährigen Praktikanten aus Zelhem, dem sexuelle Übergriffe und Vergewaltigungen im Schwimmbad seiner Heimatstadt vorgeworfen werden, findet öffentlich statt. Der Anwalt des Angeklagten hatte beantragt, die Verhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit abzuhalten – unter anderem mit Verweis auf die geringe Lebenserfahrung und Schutzbedürftigkeit seines Mandanten. Doch das Gericht lehnte diesen Antrag ab und betonte, dass angesichts der Volljährigkeit des Angeklagten das öffentliche Interesse an Transparenz überwiege.
Die Staatsanwaltschaft legt dem jungen Mann schwere Vorwürfe zur Last: Im Zeitraum von August bis Dezember 2024 soll er in seinem Wohnort elf Kinder sexuell missbraucht und weitere drei Kinder belästigt haben. Darüber hinaus soll er im Januar desselben Jahres in Hengelo ein sechsjähriges Mädchen missbraucht haben. Zudem steht der Angeklagte unter Verdacht, kinderpornografisches Material besessen zu haben.
Im Verlauf der vorbereitenden Sitzung beantragte die Verteidigung, zwei Polizeibeamte als Zeugen zu hören, um mögliche Absprachen zwischen Zeugen oder eine Einflussnahme auf deren Aussagen aufzudecken. Doch auch diese Forderung wurde von der Kammer zurückgewiesen. Nach Ansicht des Gerichts fehlte es den Anträgen an einer ausreichenden Begründung.
Die Verteidigerin machte zudem deutlich, dass es ihrer Meinung nach keinerlei Beweis für einen sexuellen Übergriff oder eine Vergewaltigung gebe.
Die mutmaßlichen Taten hatten bereits im Dezember 2024 zur Festnahme des ehemaligen Schwimmbad-Mitarbeiters geführt. Nach einer ersten Untersuchungshaft wurde er Anfang letzten Jahres unter Auflagen vorläufig aus der Untersuchungshaft entlassen. Der Beschuldigte erschien am Tag der Gerichtsverhandlung nicht persönlich.
Nach aktuellem Stand haben mindestens dreizehn Elternpaare angekündigt, von ihrem Recht auf Gehör zu machen Gebrauch zu machen. Aus diesem Grund kann es erforderlich werden, mehrere Verhandlungstage für die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Fall einzuplanen. Wann die nächste Verhandlung stattfinden soll, bleibt derzeit offen. Das Verfahren ist vorerst vertagt worden
Quelle: Regio8
