MIT KOMMENTAR: Jetzt verlässt auch noch Stadtbaurat Zöhler Bocholt



Nur einen Tag nach dem unrühmlichen Abschied von Thomas Waschki, bei dem der scheidende Erste Stadtrat dem Bürgermeister augenscheinlich den obligatorischen Handschlag verweigert hatte, sickerte heute durch, dass auch Stadtbaudezernent Daniel Zöhler Bocholt im Unfrieden verlassen wird. Anders als Waschki geht er allerdings  nach nur einer Wahlperiode im August 2025 – und zwar freiwillig. Grund ist nach Insiderberichten das zerrüttete Verhältnis des 40-Jährigen zu Kerkhoff. Der hatte Zöhler bei wichtigen Bauprojekten wie der Rathaussanierung oder dem Neubau des Euregio-Gymnasiums offenbar schrittweisen die Zuständigkeit entzogen und die Regie stattdessen selbst übernommen.

Zöhler war im Sommer 2017 nach seiner Arbeit als  Abteilungsleiter der Lindauer Stadtplanung und Stadtbaumeister im baden-württembergischen Tettnang nach Bocholt gekommen. Damals hatte es eine Kampfabstimmung um seine Berufung gegeben, die der heute 40-Jährige denkbar knapp gewann.

In der Folge machte er in seiner neuen Position nicht nur mit Bauprojekten Schlagzeilen. Einmalig in der Geschichte der Stadt war die sogenannte E-Mail-Affäre, bei der Internas aus der Verwaltungsspitze per elektronischer Post an die Medien durchgestochen worden waren, die Zöhler in ein vermeintlich schlechtes Licht rückten. Absender war, wie sich später herausstellte, der Erste Stadtrat Thomas Waschki. Für den blieb das allerdings ohne Konsequenzen.

Unvergessen derweil die standhafte Position des Stadtbaurates in der Ratssitzung vom 9. Oktober 2019. Als erstes Wahlbeamter überhaupt sprach Daniel Zöhler damals der umstrittenen Tochtergesellschaft EWIBO die Qualifikation als Wohnungsbaugesellschaft ab. „Die derzeitigen Erfahrungen der Bauverwaltung mit der EWIBO als Bauunternehmen führen hier nicht zu der Ansicht, dass die geplante weitreichende Beauftragung zur schnellen Herstellung von bezahlbarem Wohnraum in nennenswerten Umfang beitragen kann“, meinte er und verpasste  damit der 100-prozentigen Tochter und deren Befürworter eine schallende Ohrfeige. Gleichzeitig warnte er damals eindringlich, aber vergebens davor, die EWIBO mit weiteren fünf Millionen Euro Eigenkapital auszustatten. Die Geschichte sollte ihm erst viel später Recht geben.

Mit dem neuen Bürgermeister Thomas Kerkhoff arbeitete Daniel Zöhler zunächst gut zusammen. Beide überzeugten den Rat in 2021 mehrfach erfolgreich davon, die Rathaussanierung trotzt galoppierender Kosten weiter fortzusetzen. Offensichtlich aber verschlechterte sich das Verhältnis schnell. Immer öfter fehlte Zöhler bei Präsentationsterminen oder Entscheidungen.

Nun zieht der Stadtbaurat offensichtlich die Reißleine. Nach Informationen unserer Onlinezeitung soll er bereits die Vorsitzenden der Ratsfraktionen informiert haben. Selbst war Zöhler heute für uns nicht zu erreichen.

KOMMENTAR

Von BERTHOLD BLESENKEMPER

Der Aderlass in der Stadtverwaltung geht weiter.  Nach ESB-Leiter Jacobs, Stadtplanerin  Pötschke,  Sozialamtsleiter Hanning, Feuerwehrchef Deckers und dem Erster Stadtrat Waschki verlässt demnächst auch Stadtbaurat Daniel Zöhler die Stadtverwaltung. Das nennt man dann wohl Kahlschlag.  Den scheinen inzwischen nur noch die zu überstehen, die in erster Linie fest an der Seite des Bürgermeisters stehen. Dazu zählen Kämmerin Jennifer Schlaghecken und der neue Erste Stadtrat Björn Volmering. Das geht aber auch nur, weil die der größte Teil der Stadtverordnetenversammlung – insbesondere die SPD-Scheinopposition – spätestens seit der vergangenen Ratssitzung bis hin zur politischen Selbstaufgabe endgültig den totalen Schmusekurs zum Bürgermeister eingeschlagen hat. 

  1. Das ist sehr sehr schade!
    Hoffe, dass unser Bürgermeister zügig wahrnimmt, er muss, soll, kann, darf nicht alles mitbestimmen und übernehmen wollen!
    Dafür gibt es Fachleute und die sind vom Fach!
    Freue mich darauf, dass es, auch wenn’s noch eine Weile dauert, eine neue Wahlrunde gibt. Bürgermeister ist man ja nicht lebenslang.

  2. Paulchen Panter says:

    Erst wenn der letzte Mitarbeiter mit eigener Meinung aus der Bocholter Verwaltung verschwunden sein wird, und wir eine neue Dachmarkenstrategie haben, erst dann wird Bocholt richtig erfolgreich werden.
    Nur weiter so, Bocholt!
    Dieter Hildebrandt nannte das: Notizen aus der Provinz!!
    Der muß Bocholt gemeint haben, er war ja mal hier……

  3. Wenn ein Spieler vom Trainer auf die Bank gesetzt wird hat das einen Grund: er bringt das Spiel nicht voran!!!!!!!!!
    Wenn der Spieler auf der Ersatzbank dann merkt, dass seine Leistung nicht ausreicht, um das Spiel zu gewinnen und er aus Wut darüber anfängt den Trainer bei jeder Gelegenheit vor seinen Spielkameraden schlecht zu machen und sogar nicht mehr davor zurückschreckt ihn privat zu verleumden, dann sollte man sich fragen, ob so jemand mit einem solchen Charakter überhaupt jemals auf solch einer wichtigen Position hätte spielen dürfen.
    Wenigstens hat der Spieler inzwischen selbst erkannt, dass er sich eine andere Sportart suchen sollte und die Flucht nach vorne angetreten. Aber Hauptsache nach außen hat der Trainer Schuld und nicht er selbst.

  4. Ludger Nienhaus says:

    Wenn ein leitender Angestellter eine desolate Firma wieder in Schwung bringt, lobt man ihn.
    Man streiche mal die positiven Dinge heraus, die der Bocholter Bürgermeister in zwei Jahren zu beackern hatte. Dazu braucht man loyale Mitstreiter und besonders keine Medien, die nur an den Stuhlbeinen sägen.

  5. Naja, der „unrühmliche Abschied“ von Herrn Waschki war auf die fehlende Unterstützung seiner weiteren Kandidatur durch die CDU-Fraktion und den Bürgermeister zurück zu führen. Und das wiederum war das Ergebnis der haltlosen Strafermittlungen gegen ihn im Ewibo-Fall. Ein Schuft, wer schlechtes denkt!

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