MIT KOMMENTAR: Stadtverwaltung gegen Restaurant-Pläne auf dem Frescolori-Campus



Die Stadtverwaltung wird „aus generellen Erwägungen“ kein Restaurant auf dem geplanten Frescolori-Campus in Holtwick genehmigen. Das erklärte Bürgermeister Thomas Kerkhoff heute nach einem persönlichen Gespräch mit Unternehmer Frank Ewering auf Anfrage von Made in Bocholt. Zum Schutz der Innenstadt sei Gastronomie dieser Art in Gewerbegebieten nicht erlaubt, ergänzte Baudezernent Daniel Zöhler. Möglich jedoch sei eine auch öffentlich zugängliche Kantine mit allerdings in den Abendstunden und an Wochenenden stark eingeschränkten Öffnungszeiten. Frescolori Chef Frank Ewering zeigte sich „tief enttäuscht“, wollte sich weiter aber nicht äußern.

Wie berichtet, will das Unternehmen innerhalb von zehn Jahren am Eingang des Gewerbegebietes Holtwick zwölf Millionen Euro in einen neuen Firmen-Campus investieren. Der soll künftig Designer, Architekten und Chefs von Weltfirmen ins Westmünsterland locken. Ein Teil des Planes  ist ein als Showroom konzipiertes Restaurant, für das sich auch schon ein renommierter Düsseldorfer Gastronom interessieren soll. Das Problem: Die Fortschreibung des so genannten Einzelhandelskonzeptes von 2018 verbietet in Bocholt so etwas in Gewerbegebieten.

Und daran will sich der Verwaltungsvorstand halten. „Wir schaffen sonst einen Präzedenzfall“ meinte Bürgermeister Kerkhoff. Im übrigen sei vor allem Holtwick ein Sonderfall, da der Kreisverkehr am Gewerbegebiet an den beiden Hauptverkehrsachsen aus Richtung Holland liege, ergänzte Stadtbaurat Daniel Zöhler.

KOMMENTAR

Von BERTHOLD BLESENKEMPER

Die Stadt wird „aus generellen Erwägungen“ kein Restaurant auf dem geplanten Frescolori-Campus in Holtwick genehmigen. Sie fürchtet einen Präzedenzfall. Und so etwas ist bekanntlich Gift für jede Planung. Das Hauptargument, man müsse die Innenstadt schützen, zieht allerdings meines Erachtens nicht. Denn es kommt ausgerechnet von denen, die

  • in Stenern gerade einen riesigen medizinischen Abfangjäger erweitern und so den wichtigen Ärzte-Standort Innenstadt wissentlich ausbluten lassen
  • die selbst an den Aasee-Terrassen zusätzlich zu McDonald’s, Burger King, Event Fabrik und Restaurant Schiffchen mit Cafe Seelig einen weiteren gastronomischen Abfangjäger planen
  • die die in den Pandemie ausgesetzten Abgaben für Handel und Gastronomie wieder einführen
  • die die Parkgebühren erhöhen wollen
  • die gefühlt ewig ergebnislos an einem Gasthausplatz- und Marktkonzept herumdoktern
  • die mit völlig überzogenen Stellplatzablöse-Forderungen mögliche gastronomische Belebungen in der Innenstadt blockieren
  • die seit seit Erfindung des Integrierten Handlungskonzeptes im Jahre 2014 eine riesige Investitionsblase vor sich herschieben und gerade erst die Erneuerung der Ravardistraße vertagt haben

Zugegeben: Solche direkten Vergleiche hinken. Aber sie zeigen zumindest, dass die eigentlichen Innenstadt-Gefährder eher in der Innenstadt selbst als in innovativen und dynamischen Vorort-Unternehmen sitzen. Würde sich Bocholt besser um seine City kümmern und die Wirtschaft dort mit einem längst überfälligen Konzept nachhaltig fördern, hätte die nichts zu befürchten – schon gar nicht nicht aus Mussum, Biemenhorst, Stenern oder Holtwick.

  1. Ich weiß gar nicht, wo das Problem ist. Einfach so wie andere große Firmen mit großen Ideen machen und nach Rhede abwandern.
    Wenn ich mir die Entscheidungen in der Vergangenheit anschaue, muss man sich fragen, ob die Verantwortlichen so dumm sind oder gezielt Bocholt zerstören wollen.

  2. Antonius Mayland says:

    Wie lauten die 3 Regeln noch?
    Das haben wir schon immer so gemacht;
    Das haben wir noch nie so gemacht;
    Da könnte ja jeder kommen…..
    Als ob es nicht schon Präzedenzfälle genug gäbe, siehe oben. Glaubt eigentlich jemand allen Ernstes, daß man Restaurants weit weg von der meisten Bebauung rentabel betreiben kann ohne eine Grundlage, die ja erst die Besucher der Firma Frescolori legen sollen?
    Und dann wundert man sich, was so alles nach Rhede oder sonstwohin abwandert. Ich erinnere an die Fa. Partyrent, auch wenn die die Abwanderung verschoben haben.
    Ich bin zuversichtlich, dass sich das Problem lösen läßt, indem man die Firma vergrault.
    Nur weiter so ?

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