MIT VIDEO: Ein Pappschild wird zum Politikum…



Marco Büning ist der letzte Bocholter Künstler mit einem eigenen Atelier in der Innenstadt. Weil aber der Eingang seiner Werkstatt etwas versteckt im Niederbruch liegt, malte er zu Beginn des Corona-Lockdowns vor vier Jahren ein Hinweisschild auf Pappe  und stellte es am Ende der Nordstraße auf. „Das hat gut funktioniert. Darüber haben mich ganz viele auswärtige Kunden gefunden, die für mich überlebenswichtig sind“, berichtet Büning. Jetzt aber flatterte im ein Schreiben des Ordnungsamtes ins Haus, mit dem er aufgefordert wurde, das Schild zu entfernen. Der Künstler berichtete darüber im Facebook und ist seitdem in aller Munde. Und sein Schild wird zum Politikum.

Selbst Bürgermeister Thomas Kerkhoff nahm dazu Stellung. Bei der Vorstellung des neuen Konzeptes „Kollektiver Systemwandel“ für die Innenstadt am Dienstag verteidigte er in der Volksbank vor rund 100 Zuschauern das Vorgehen der Verwaltung. Man sollte so etwas nicht ausufern lassen, meinte er sinngemäß.

Das sieht Marco Büning anders. Auch wenn das Schild nicht genehmigt war, sei es ein Farbtupfer in der sonst tristen Nordstraße gewesen, erklärt er und fordert Alternativen zum gewohnten Stadtmarketing. „Wir könnten zum Beispiel genormte Ständer nehmen und sie mit Zahlen wie drei oder vier von 35 durchnummerieren. Dann würden die Besucher gleich sehen, dass noch mehr Geschäfte kommen und nicht gleich wieder bei Fisser umdrehen, weil sie von dort schon das Ende der Straße sehen und denken, dass jetzt nichts mehr kommt“, so der Bocholter.

Marco Büning hofft, dass sich noch etwas bewegt im Rathaus. „Irgendwie muss ich ja Werbung machen, sonst kommt hier keiner mehr“, glaubt er.

  1. Sigrun Zander-Mayland says:

    Leute, echt jetzt ?
    Hat die Verwaltung wirklich keine anderen Sorgen?
    Als wenn es Kunst und Kultur nicht schon schwer genug hätten.
    Als Mutter einer Künstlerin weiß ich, wovon ich schreibe.
    Ich kann mir ein Leben ohne Kunst , Literatur, Musik und Kultur nicht vorstellen.
    Deshalb sollten alle Kunstschaffenden und Kulturschaffenden unterstützt und nicht blockiert werden.
    Gerade in einer kleineren Stadt wie Bocholt.

  2. Paulchen Panter says:

    Das ist dann wohl der „kollektive Systemwandel“, oder wie darf man diese Aktion verstehen?
    Ich bin mehrfach an diesem Schild vorbei gegangen, ich habe mich nie gestört oder behindert gefühlt, sondern im Gegenteil gedacht, was für ein schöner bunter Farbfleck.
    Statt Künstler:innen zu helfen, sie zu unterstützen, wirft man ihnen Knüppel zwischen die Beine.
    Bitte mal auf den Boden zurückkommen und schauen, dass man eine Lösung hinbekommt.
    Habe gestern noch eine Firmenwerbung gesehen, die mitten auf einem Bürgersteig steht und mich auf den Fahrradweg zwang.
    Vom Schild des Herrn Büning wird niemand behindert, also gebt ihm meinethalben einen Gebührenbescheid für die Genehmigung zum Aufstellen eines Schildes über 10 Euro und damit ist es gut.

  3. Wollikowski says:

    Das ist mal wieder was für EXTRA 3 , der ganz normale Irrsinn…..
    Was da für ein BOHei mittlerweile um alles gemacht wird….
    Also ob nun jede(r) dieses Schild als Aufforderung versteht, es Marco gleichzutun. Ich jedenfalls sehe hier nicht die Notwendigkeit, auf ein „Ausufern“ zu verweisen. Das Einzige was hier in BOH ausufert, ist das permanente herausplappern von irgendwelchen Bedenken zu irgendwas – hauptsache DAGEGEN!
    Mannomann, Herr Kerkhoff: bitte konzentrieren Sie sich auf Ihre eigentlichen Aufgaben! Auf so ein Theater hat doch echt niemand mehr hier Lust. Manchmal erscheint es einem , als ob der Herr Bürgermeister zwingend einen Grund sucht, sich hier aus der Stadt scheuchen zu lassen. Im Ernst: wer sich so geriert , der hat m.E. die komplette Selbstkontrolle verloren auf Grund des eigenen Kontrollwahns zu Dingen, die man ganz easy mit einem Achselzucken erledigen könnte…und disqualifiziert sich definitiv nicht nur für dieses Amt des BM, sondern auch für ( höchstwahrscheinlich herbeigesehnte ) zukünftige, noch höhergestellte Aufgaben. Ich glaube , ein eventueller zukünftiger Kanzler Wüst tut gut daran, OHNE einen solchen Kontrollfreak die Zukunft zu planen. Bürokratie ist der absolute KILLER für Wirtschaft und Gesellschaft….und das was uns hier vorgelebt wird in der Stadt Bocholt ist Bürokratie, Kleinschusterei und völlig durchgeknalltes Herumreiten auf irgendwelche Paragraphen….
    Das ist engstirnig, rückwärtsgewand und -sorry- dumm.

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