MIT VIDEO: Symposiumsteilnehmer einig: Rathaus muss als Zeugnis der Hightech-Architektur erhalten bleiben

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Viele Architekten sind sich einig, dass das Bocholter Rathaus und Kulturzentrum erhalten werden muss. Letzteres sei ein eindrucksvolles Zeitzeugnis für die Hightech-Architektur der 70er Jahre, hieß es jetzt während eines aus Anlass des 100sten Geburtstages von Professor Dr. Gottfried Böhm von der Technischen Hochschule Köln organisierten virtuellen Symposiums. Zehn ausgewählte Architekturwissenschaftler der jüngeren Generation stellten dabei in je 30-minütigen Vorträgen die prägnantesten Werke vor. Über das bekanntlich stark sanierungsbedürftige und deshalb umstrittene Gebäude am Berliner Platz referierte Maximilian Liesner.

Liesner ging zunächst auf die Entwurfsidee ein, einen aus Backsteinen und einer Stahlbetonkonstruktion bestehenden Kulturblock mit einem Bürgersaal und einem Verwaltungsgebäude in einer Stahlskelettkonstruktion zu verbinden. Als besonders bezeichnete er die Lage auf eine künstlichen Insel. Diese „gestalterische sehr attraktive Herangehensweise“ würde man heute aus ökologischer Sicht eher kritisch betrachten, so Liesner weiter um später zu ergänzen, dass gerade das aber das Gebäude auch erhaltenswert mache.

Ein wenig lustig machte sich der Architekturwissenschaftler über die Großraumbüros im inneren des Rathauses. Hier werde die Dynamik der großen und tiefen Räume durch brave Einrichtungen mit Sichtschutzwänden und Granulattopfpflanzen ein wenig „kontakariert“, so der Fachmann. Als eindrückliche Teil der Architektur bezeichnete Liesner die großen Lüftungsrohre, die im Falle einer Sanierung vermutlich funktionslos würden und abgedichtet werden müssten.

In der anschließend Diskussion wurde auch über lokalen Initiativen diskutiert, die einen Abriss des Gebäudes fordern. Dabei wurde der Vorschlag seitens der Architekten gemacht etwas zu unternehmen, „um das Ding zu retten“. Denn: Es sei ein sehr ungewöhnlich Bauwerk, das da womöglich „über die Wupper“ gehen könnte.

Nachfolgend die Aufzeichnung des Vortrages und der anschließenden Diskussion

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