Moveon Energy bringt erstes deutsches PV-Kraftwerk erfolgreich ans Netz



Seitdem der Bocholter Unternehmer Rudolf Schmeing gemeinsam mit einem Partner den Mut aufgebracht hat, Moveon Energy zu gründen, um auf dem Gelände eines ehemaligen, rund 500 Hektar großen sächsischen Braunkohletagebaus eine riesige Photovoltaikanlage mit mehr als 1,1 Millionen Modulen für eine halbe Milliarde Euro zu bauen, ist einiges passiert. Das berichtete Schmeing während eines Besuchs des Bocholter Lionsclubs Rhein-Issel.

Der Versicherungsriese Signal Iduna ist als Investor in Deutschlands größten Solarpark in Witznitz bei Leipzig eingestiegen. Der Öl-Multi Shell kauft dort über 15 Jahre fast die komplette Produktion an erneuerbarer Energie. Der Software-Gigant Microsoft bezieht als Endkunde die Elektrizität für seine Rechenzentren. Und seit März 2024 sind 90 Prozent des ersten PV-Kraftwerks in Deutschland am Netz.

„Der Name passte zu dem, was wir taten“, meint Rudolf Schmeing im Rückblick. Seit der Gründung im Jahr 2019 folgte eine Zeit mutiger Entscheidungen, langer Verhandlungen, permanenter Problemlösungen und auch so mancher schlafloser Nacht. Mal gab der aufgeschüttete Boden des ehemaligen Braunkohletagebaus nach, als die Transporter mit den tonnenschweren Transformatoren anrollten. Oft musste auch ganz neu gedacht werden. „Es gibt zum Beispiel im Solarpark nicht einen einzigen Kabelbinder aus Plastik. Wir haben stattdessen tausende von Schellen aus Metall eingesetzt“, verrät Moveon-Geschäftsführer Steffen Montag. Der Grund dafür ist, dass das Solarprojekt auf Langfristigkeit ausgelegt ist. Kabelbinder würden im Außenbereich bei UV-Bestrahlung irgendwann spröde werden. Das wäre eine riesige Aufgabe, wenn Kabelbinder irgendwann ausgetauscht werden müssten, so Montag.

Rudolf Schmeing blickt nach eigenem Bekunden auf eine spannende und ereignisreiche Zeit zurück. Gleichzeitig vollzog er in der Schmeing Baugruppe innerhalb kürzester Zeit einen unternehmerischen Wandel und übertrug seiner Tochter Carolin und seinem Sohn Jan Rudolf Mitverantwortung. Beide sind nicht nur Mitgesellschafter in der Moveon Energy, sondern seit diesem Jahr auch Gesellschafter in der Holding des Bauunternehmens. Damit übernimmt die dritte Generation Verantwortung im Unternehmen.

Das macht auch Großvater Rudolf (Rudi) Schmeing Senior stolz. Er gründete 1969 nach der Meisterprüfung zusammen mit seinem Partner Adalbert Emming die Schmeing & Emming GmbH (S+E GmbH). 1991 trat Sohn Rudolf Schmeing ins Unternehmen ein und übernahm sieben Jahre später die Anteile Emmings.

Schnell erkannte er in der Folge das Potenzial der Projektentwicklung. Der Kauf von Grundstücken, die Planung von Immobilien und die anschließende Realisierung als Generalunternehmer machten es möglich, die Wertschöpfungskette zu optimieren. So wurde aus dem lokal tätigen Unternehmen mit der Zeit ein regional und national tätiger Lösungsanbieter. Beeindruckende Referenzen von ganzen Wohnquartieren, großen Firmenzentralen oder Industriehallen bekannter Unternehmen in den Großstädten Deutschlands zeugen davon.

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