Nach Cyberangriff auf Mariengymnasium: Stadt Bocholt prüft Aus für Microsoft 365 an Gymnasien

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Nach einem IT-Sicherheitsvorfall am Mariengymnasium steht die künftige Nutzung von Microsoft 365 an den drei städtischen Gymnasien auf dem Prüfstand. Die Stadtverwaltung hat den politischen Gremien jetzt eine Beschlussvorlage für den Digitalausschuss vorgelegt, in der sie zwei mögliche Wege skizziert: Entweder die bisherigen Microsoft-365-Umgebungen werden aus Sicherheitsgründen abgeschaltet oder die Stadt investiert künftig erhebliche zusätzliche Mittel in deren Absicherung und Betreuung.

Nach Einschätzung der Verwaltung lässt sich ein sicherer und datenschutzkonformer Betrieb mit den bislang eingesetzten kostenlosen Microsoft-Lizenzen nicht gewährleisten. Die vorhandenen Sicherheitsfunktionen seien unzureichend, wichtige Analyse- und Berichtsmöglichkeiten fehlten. Zudem seien Bildungseinrichtungen zunehmend Ziel von Cyberangriffen. Die rund um die Uhr erreichbaren Cloud-Dienste von Microsoft würden dabei besonders häufig attackiert.

Vor diesem Hintergrund schlägt die Stadt zwei Alternativen vor. Die erste Variante sieht vor, die Microsoft-365-Umgebungen der Gymnasien vollständig abzuschalten. Künftig würde dann ausschließlich IServ als zentrale Plattform für Kommunikation und Zusammenarbeit genutzt. Zusätzliche Kosten entstünden dadurch nicht. Allerdings müssten die Gymnasien ihre pädagogischen Konzepte und Arbeitsabläufe teilweise grundlegend anpassen.

Die zweite Variante würde den Fortbestand von Microsoft 365 ermöglichen, allerdings unter deutlich veränderten Rahmenbedingungen. Die Stadt müsste die Verantwortung für den Betrieb übernehmen, zusätzliche Sicherheitsdienste einkaufen und eigenes Personal bereitstellen. Geplant wären kostenpflichtige Microsoft-Lizenzen, externe Datensicherungen sowie Systeme zur automatischen Erkennung verdächtiger Aktivitäten.

Die finanziellen Folgen wären erheblich. Nach Berechnungen der Verwaltung würden jährlich rund 96.700 Euro zusätzliche Kosten entstehen. Darin enthalten sind Ausgaben für Lizenzen, Datensicherungen, Anomalie-Erkennung und zusätzliches Personal. Allein für Backup-Lösungen würden pro Jahr rund 41.800 Euro anfallen, für eine zusätzliche Drittel-Stelle im IT-Bereich weitere 41.000 Euro.

Die Schulleitungen der drei Gymnasien sprechen sich laut Vorlage weiterhin ausdrücklich für den Erhalt der Microsoft-365-Nutzung aus. Sie verweisen darauf, dass Unterrichtskonzepte und schulische Abläufe über Jahre hinweg auf die Plattform abgestimmt wurden.

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