Nach Steuererhöhung: Tabaktourismus lockt Niederländer über die Grenze



Die neue Verbrauchsteuererhöhung in den Niederlanden führt zu immer mehr „Zigarettentourismus“ über die Grenze. Das sagt Pim Groot Obbink, Regionalleiter der Tankstellen von Kuster Energy in Deutschland. Eine 50-Gramm-Packung Zigaretten kostet im Vergleich zum Nachbarland deutlich mehr.

Shag und Zigaretten sind in den Niederlanden seit Ostermontag aufgrund der Verbrauchssteuererhöhung wieder teurer geworden. So kostet eine Schachtel mit 20 Zigaretten aufgrund dieser Erhöhung durchschnittlich 11,10 Euro. Zuvor waren es etwa neun Euro. Für eine Fünfzig-Gramm-Packung Zigaretten zahlt man 24,62 Euro und nicht mehr 17 Euro. In Deutschland kostet das einen Zehner. Die neuen Tabakpreise werden übrigens nicht überall sofort in Kraft treten. Die Geschäfte dürfen ihre alten Bestände zunächst noch zu den alten Preisen verkaufen.

„Für Deutschland ist das natürlich sehr positiv, weil wir merken, dass wir viele Zigarettentouristen haben“, sagt Groot Obbink. Die Tankstellen von Kuster Energy in Deutschland sind inzwischen so stark ausgelastet, dass sie Maßnahmen ergriffen haben, um mit all den Zigarettentouristen fertig zu werden. „Wir mussten zum Beispiel unser Lager anpassen und vergrößern“, erklärt der Regionalmanager. „Und an einer anderen Tankstelle mussten wir selbst eine zusätzliche Kasse bauen, nur um den Durchsatz zu erreichen.“

Henny, Inhaber des Dimmedaal Sigarenmagazijn an der Tankstelle in Doetinchem, ist weniger erfreut über die Erhöhung der Verbrauchssteuer auf Tabakwaren. „Ich habe bereits von zwei Regalen mit Zigaretten auf ein Regal reduziert. Viele Leute gehen also schon nach Deutschland.“ Sie versteht das Gerede von einem einheitlichen Europa nicht: „Die Regeln sind nicht überall gleich. Ich denke, das ist das größte Problem, denn dann sollten wir auch überall die gleichen Verbrauchssteuern haben.“

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