Nichts ist unmöglich!

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Ein Kommentar zur Europawahl in Bocholt von BERTHOLD BLESENKEMPER

Die Grünen sind auf dem Vormarsch. Dieser Trend hat jetzt auch das Westmünsterland erreicht. Selbst wenn die Europawahl auf den ersten Blick nur wenig mit Kommunalpolitik zu tun haben scheint, bringen die 23,27 Prozent der Grünen die heimische Union ins Grübeln. Denn nur noch die über 60-Jährigen und die Dorfbevölkerung in Barlo, Hemden, Mussum oder Liedern sind ihr treu. In der Kernstadt ist die Zeit satter Mehrheiten für die Union hingegen längst vorbei. Merke. Wer einmal die Hemmung überwunden und das Kreuzchen bei anderen Parteien gesetzt hat, der tut das immer wieder. Die Sensation in Münster, wo die Grünen am Sonntag sogar stärkste Kraft wurden, zeigt das.

Was bedeutet das für die Kommunal- und Bürgermeisterwahl 2020. Sagen wir es mal mit Toyota: Nichts ist unmöglich! Auch in Bocholt sind viele Bürger unzufrieden und formiert sich ein erhebliches lokales Protestpotenzial. Den Kopf hinhalten muss die CDU – selbst wenn sie nicht pauschal für alles die Verantwortung trägt. Aber als größte Fraktion steht sie nun mal am schnellsten in der Schusslinie.

Die Grünen wiederum leiden momentan (noch) unter einer extrem schwachen Präsenz im Rat, seitdem drei ihrer vier Fraktionsmitglieder sie verlassen und größtenteils zu den Linken übergelaufen sind. Aber das Potenzial der Grünen ist erheblich größer. Denn sie kommen aus einer ökologisch festen Glaubwürdigkeits-Deckung. Das ist in Zeiten des Klimawandels wie eine Burg.

Das wieder kann die CDU in Bocholt nicht kalt lassen. Sie wird irgendwie grüner werden müssen. Sie könnte beispielsweise mit ihrer Verkehrspolitik beginnen. Denn wenn man den Zukunftsforschern glaubt, brauchen wir spätestens mit dem prognostizierten Durchbruch von E-Mobilität und dem autonomen Fahren nicht mehr so viele oder so üppige Straßen wie bisher und dafür mehr intelligente Mobilitätskonzepte.

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