Niederländische Delegation informiert sich über Bocholter Notfallinformationspunkte

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Eine niederländische Delegation besuchte Bocholt, um sich über das System der Notfallinformationspunkte im Bevölkerungsschutz zu informieren. Unter Leitung von Bürgermeister Anton Stapelkamp aus der Gemeinde Aalten und Vertretern der Sicherheitsregion Nord- und Ost-Gelderland sowie weiterer Kommunen wie Ermelo, Nunspeet und Harderwijk stand der praktische Einblick in die Krisenvorsorge im Mittelpunkt. Petra Taubach, die Europabeauftragte der Stadt, empfing die Gäste im Sporker Saal, einem der elf Notfallinformationspunkte in Bocholt.
Diese mit Notstrom betriebenen Anlaufstellen sind zentrale Treffpunkte für die Bevölkerung in Ausnahmesituationen, etwa bei großflächigen Stromausfällen. Dort können Menschen wichtige Informationen erhalten, Notrufe tätigen und Trinkwasser beziehen. Während in Deutschland Entwicklungen zu NIP bereits seit 2016 laufen, bereiten sich die niederländischen Gemeinden aktuell auf eine Pilotphase vor, die im Januar 2026 starten soll. Die Erkenntnisse aus Bocholt liefern dabei wichtige Impulse.
Dieter Helbig aus dem Fachbereich Öffentliche Ordnung der Stadt Bocholt erläuterte die strategische Bedeutung und Hintergründe der NIP. Die Gasmangellage in der Vergangenheit habe die schnelle Umsetzung dieser Notfallinformationsstellen maßgeblich beschleunigt. Mit insgesamt elf Anlaufpunkten verfügt Bocholt über eine verhältnismäßig dichte Infrastruktur, die deutlich größer ist als in vielen Nachbarkommunen.
Ein zentraler Bestandteil des Austauschs war die Frage der Personalausstattung der Punkte im Krisenfall. In Bocholt sind circa 150 städtische Mitarbeitende im Wechseldienst für den Betrieb der NIP verantwortlich. Die niederländischen Besucher zeigten besonders Interesse an der Einbindung ehrenamtlicher Helfer, die in ihrem System eine Rolle spielen könnten.
Auch die technische Ausstattung und die Kommunikation zwischen den Standorten standen im Fokus. Bocholt betreibt ein eigenes Funknetz, das im Notfall die Verbindung der NIP sichert. Eine besondere Herausforderung besteht darin, dass der Funkverkehr an der deutsch-niederländischen Grenze so ausgerichtet sein muss, dass keine Ausstrahlung ins niederländische Hoheitsgebiet erfolgt, um den Vorgaben der Bundesnetzagentur zu genügen.
Eine engere Kooperation soll über den bloßen Informationsaustausch hinausgehen. Bürgermeister Stapelkamp regte an, insbesondere die grenznahen Ortsteile Suderwick und Dinxperlo bei Katastrophenfällen gemeinsam zu betrachten, um gegenseitige Unterstützung zu gewährleisten. Die Bocholter Feuerwehr hob hervor, dass die Zusammenarbeit auf operativer Ebene bereits sehr gut funktioniere, nun aber auch die administrativen Strukturen besser verzahnt werden müssten.
Zum Abschluss des Treffens lud die niederländische Delegation die deutschen Kolleginnen und Kollegen zu einer gemeinsamen Übung in Aalten ein, um den grenzüberschreitenden Dialog zu festigen und weiterzuführen. Weitere Details zu den Notfallinformationspunkten sind auf der Webseite der Stadt Bocholt unter www.bocholt.de/krise verfügbar.
