Novi Rabelink aus Doetinchem gibt gebrauchten Blumen ein zweites Leben

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Novi Rabelink aus Doetinchem setzt sich dafür ein, alten Blumen ein neues Leben zu schenken. Statt sie nach Veranstaltungen, Hochzeiten oder Trauerfeiern ungenutzt zu entsorgen, sammelt sie diese ein und fertigt daraus frische Arrangements. Die neuen Sträuße übergibt sie kostenlos an Einrichtungen wie Pflegeheime, soziale Tagesstätten oder die lokale Tafel.

Die Idee entstand 2022, kurz nach den pandemiebedingten Einschränkungen. „Blumen haben mir in schweren Zeiten Trost gespendet“, erzählt Rabelink. „Ich weiß, dass nicht jeder sich Blumen leisten kann. Mit meinen Sträußen möchte ich genau diesen Menschen eine Freude machen.“ Ihr Projekt, das sie ‚Zweite-Chance-Blumen‘ nennt, verfolgt keinerlei kommerzielle Interessen. In einer kleinen Werkstatt nahe ihres Hauses demontiert sie gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern die gesammelten Blumenarrangements und fertigt daraus in liebevoller Handarbeit neue Bouquets. Häufig werden dazu gesammelte Einmachgläser oder gespendete Geschenkverpackungen verwendet.

Die Blumen beschafft Rabelink aus der Veranstaltungsbranche, von Messen oder Trauungen, aber auch über Kontakte zu ortsansässigen Krematorien. Während solche Blumen früher nach den Feiern oft entsorgt wurden, finden sie nun eine sinnvolle Verwendung. Regelmäßig gehen frisch gebundene Sträuße kostenlos an soziale Einrichtungen und weitere Organisationen. Auch die Lebensmittelausgabe und betreute Tagesangebote bekommen regelmäßig Blumen geliefert. In Tagespflegeeinrichtungen wird das Binden der Sträuße sogar zur gemeinschaftlichen Aktivität: Die Teilnehmenden gestalten selbst mit und erleben dabei gemeinsame Momente, bevor die fertigen Bouquets dann weiter verteilt werden. „Jeder profitiert davon“, betont Rabelink. „Es ist eine Beschäftigung, stiftet Gemeinschaft und macht schließlich dem Beschenkten Freude – ein Gewinn für alle Beteiligten.“

Für die Verteilung der Sträuße wird kein Geld verlangt. Nur für Spritkosten oder Materialien bittet Rabelink gelegentlich um kleine Spenden. Darüber hinaus werden einzelne Aktionen mit einem bestimmten Charity-Zweck verbunden – der Erlös wird dann komplett dem jeweiligen guten Zweck zugeführt.

Eine besondere Kooperation besteht mit dem Krematorium Slangenburg. Geschäftsführerin Shirley Groenen beschreibt das Vorgehen: Angehörige werden stets gefragt, ob sie der Weitergabe der Blumen zustimmen. „Blumen sind emotionale Symbole, sie werden mit Liebe ausgesucht“, erklärt Groenen. „Wenn die Familien einverstanden sind, sorgen wir dafür, dass die Arrangements zu Novi gelangen, wo sie weiterverwendet werden.“ Normalerweise nehmen die Familien die Blumen nach der Trauerfeier mit, legen sie ans Grab oder lassen sie auf Erinnerungsflächen zurück. Ohne eine weitere Verwendung werden sie entsorgt – eine Verschwendung, findet Rabelink: „Blumen, die noch so schön sind, sollten nicht in den Abfall.“

Das Vorhaben gilt als richtungsweisend. „Wir zählen zu den wenigen Krematorien, die von Anfang an mitgemacht haben“, so Groenen. „Doch die meisten Hinterbliebenen reagieren sehr positiv auf das Angebot.“ Für Rabelink bedeuten die aufgearbeiteten Blumen mehr als nur Nachhaltigkeit: „In den Blumen steckt Energie – sie sind Ausdruck von Traurigkeit, Trost, aber letztlich auch Hoffnung. Wir verwandeln diesen emotionalen Wert in etwas, das anderen Freude und neue Kraft schenkt. Genau das ist das Besondere an unserem Projekt.“

Quelle: Regio8

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