Organisation des Blumenkorsos Varsseveld schickt Brandbrief: „Es wird sehr schwierig“

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Die Zukunft des traditionellen Blumenkorsos und der allegorischen Parade in Varsseveld steht auf dem Spiel. Wie auch bei anderen großen Umzügen sieht sich die Organisation mit einer immer akuter werdenden Herausforderung konfrontiert: Es fehlen zunehmend geeignete Bauplätze für die aufwendigen Wagen. Dieser Engpass veranlasste AOV Varsseveld und die Stiftung Bloemencorso Varsseveld, einen dringenden Appell an die Gemeinde Oude IJsselstreek zu richten.
Bereits seit einiger Zeit wächst die Sorge unter den Verantwortlichen, doch im vergangenen Jahr spitzte sich die Lage zu. Wie Kim Tolkamp von AOV Varsseveld berichtet, wandte sich eine Baugruppe in ihrer Not an die Organisatoren, weil sie keinen Bauplatz mehr fand. Zwar konnte kurzfristig eine Lösung gefunden werden, dennoch zeichnet sich ab, dass in naher Zukunft weitere Standorte wegfallen könnten. Dies gefährdet die Teilnahme vieler Gruppen und könnte das Fortbestehen des Blumenkorsos ernsthaft bedrohen.
Deshalb fordern die Veranstalter die Gemeinde auf, aktiv nach Lösungen mitzusuchen – sei es durch Vermittlung leerstehender Gebäude, die Bereitstellung von Flächen oder durch unterstützende Genehmigungen. Der dringende Appell an die Politik steht auch in Verbindung mit der langfristigen Entwicklungsstrategie „Varsseveld 2050“. Diese sieht sowohl ein Wachstum der Ortschaft als auch einen Zuzug neuer Einwohner vor. Gerade in Zeiten des Wandels, so Tolkamp, sei es besonders wichtig, die Attraktivität und Lebensqualität des Ortes zu erhalten – und der Umzug spiele dabei eine zentrale Rolle. Außerdem betone das Zukunftskonzept die Bedeutung des kulturellen Erbes, zu dem der Korsowagenbau zweifellos gehöre, denn er bringe das ganze Jahr über viele Menschen zusammen.
Ein Beispiel, wie es gehen kann, zeigt sich aktuell vor Ort: In einer temporären, großen Zelthalle arbeiten derzeit drei Baugruppen gleichzeitig an ihren Projekten. Diese Notlösung wurde durch die gemeinsame Initiative der Stiftung Bloemencorso Varsseveld und der Industrievereniging Varsseveld ermöglicht. Doch wie Stefan Heusinkveld von der Stiftung erklärt, war dieses Provisorium von Anfang an auf Zeit angelegt. Die Nutzung der Halle kann voraussichtlich noch ein oder zwei Jahre fortgeführt werden – dann ist auch hier Schluss, und erneut müssen die Gruppen untergebracht werden.
Um für die Zukunft zu lernen, blickt man nach Lichtenvoorde in der Nachbargemeinde Oost Gelre. Dort stellt die Kommune Flächen und Gebäude speziell für den Bau der Korsowagen zur Verfügung. Auch für Varsseveld wäre solch ein Modell wünschenswert, betont Tolkamp – ob die eigene Gemeinde ähnliche Wege beschreiten wird, bleibt jedoch offen.
Für die Verantwortlichen steht fest: Der Brandbrief ist ein echter Hilferuf. Die Suche nach beständigen Bauplätzen läuft bereits intensiv. Wie Heusinkveld berichtet, wurden alle erdenklichen Grundstücke über Kartenportale geprüft und zahlreiche Kontakte in der lokalen Wirtschaft geknüpft. Mittlerweile weiß nahezu jeder Betrieb im Ort von dem Problem, doch eine langfristige Lösung bleibt aus. Am meisten wünscht sich die Organisation eine dauerhafte Infrastruktur: sei es ein festes Gebäude, mehrere kleinere Hallen oder sogar ein eigener „Corsostraat“ wie in Lichtenvoorde. Notwendig ist letztlich nur ein Stück Gelände für mehrere Gruppen – vieles würde man auch in Eigenregie organisieren, wenn nur der Platz gesichert wäre.
Auch wenn das völlige Aus des traditionsreichen Umzugs noch nicht unmittelbar befürchtet wird, gibt es Sorgen um einen schleichenden Bedeutungsverlust. Sollte der Zugang für neue Gruppen oder jüngere Teilnehmer zu schwierig werden, könnten in Zukunft weniger und kleinere Wagen gebaut werden. Im schlimmsten Fall blieben vielleicht nur noch Fußgruppen übrig – ein Szenario, das der kreativen Vielfalt in Varsseveld nicht gerecht werden würde.
Vor diesem Hintergrund hoffen die Verantwortlichen auf rasche Gespräche mit der Gemeinde. Die zentrale Frage, so Heusinkveld, sei einfach: Gibt es irgendwo ein passendes Grundstück oder eine alternative, kreative Lösung? Ziel sei es, gemeinsam Wege zu finden, den Umzug auch in Zukunft lebendig und attraktiv zu halten
Quelle: Regio8
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