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Osterfeuer in der Grenzregion – zwischen jahrhundertealtem Brauch und behördlichen Hürden

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Von Henri VAN VEEN (Regio 8) und JACQUELINE REUVERS (Made in Bocholt)

Wenn am kommenden Sonntag  die Flammen in den Himmel schlagen, knüpfen viele Vereine an eine jahrhundertealte Tradition an. Osterfeuer gehören in der Grenzregion einfach dazu – doch während sie auf deutscher Seite in Bocholt beinahe ungebremst lodern (siehe Auflistung unten), droht ihnen jenseits der Grenze in den Niederlanden zunehmend das Aus. Der Grund: strenge Auflagen, lange Verfahren und steigende Kosten. Viele Organisatoren verlieren die Lust.

In der Gemeinde Bronckhorst kann Jos Beunk vom Nachbarschaftsverein Bekveld ein Lied davon singen. Wer hier ein Osterfeuer plant, braucht nicht nur das Okay der Kommune, sondern auch eine Umweltgenehmigung – und vor allem Geduld. „Das ist ein ziemlicher Aufwand“, sagt Beunk. Bereits am 15. Dezember habe man die Anträge eingereicht. Es folgten Wochen des Wartens, Nachhakens und Nachreichens von Unterlagen. Erst nach drei Monaten kam schließlich grünes Licht.

Auch finanziell hat sich die Lage drastisch verändert. Dinand Wullink aus Velswijk berichtet von einer regelrechten Kostenexplosion: „Vor fünf Jahren haben wir noch 30 Euro bezahlt, heute sind es 700 bis 800 Euro.“ Dazu kommen neue Vorschriften: Die Asche darf nicht mehr als Dünger verwendet werden, sondern muss kostenpflichtig entsorgt werden. Selbst die Größe der Holzstapel ist inzwischen begrenzt.

Ganz anders die Situation nur wenige Kilometer weiter auf deutscher Seite. In Bocholt zeigt sich die Verwaltung deutlich unkomplizierter: Eine Genehmigung für ein Osterfeuer gibt es in der Regel innerhalb eines Tages – Gebühren fallen nicht an, eine Umweltverträglichkeitsprüfung ist nicht erforderlich. Kurzentschlossene konnten ihre Anträge sogar noch bis zum heutigen Gründonnerstag einreichen.

Allerdings gibt es auch hier Regeln. Private Osterfeuer sind nicht mehr erlaubt. Laut Stadt dürfen sie nur als Brauchtumsfeuer gelten, wenn sie von örtlich verankerten Vereinen, Organisationen oder Glaubensgemeinschaften organisiert werden – und öffentlich zugänglich sind.

Diese Vorgabe hatte 2023 für Aufsehen gesorgt: Das bis dahin größte Osterfeuer auf dem Hof Slütter am Bussardweg musste kurzfristig abgesagt werden, weil es nicht den Kriterien entsprach. Doch die Lösung ließ nicht lange auf sich warten. Inzwischen haben sich der TSV und der 1. FC Bocholt als offizielle Veranstalter zusammengeschlossen. Damit ist das Feuer wieder fester Bestandteil des Bocholter Osterwochenendes.

Und so zeigt sich entlang der Grenze ein deutliches Bild: Während in den Niederlanden Bürokratie und Kosten die Flammen ersticken, werden sie in Bocholt weiterhin mit vergleichsweise wenig Aufwand entfacht – sehr zur Freude der Besucher, die am Sonntag wieder an folgenden  neun Standorten zusammenkommen und zwischen 18 und 19 Uhr beginnen.

Schützenverein Lowick rechts der Aa e.V. (Zur Eisenhütte 19)
„Vör dessen Boorle“ – Verein für Heimatpflege e.V. (Winterswijker Straße 88)
Jagdgenossenschaft Demming Busch (Auf dem Brande 4)
TSV Bocholt / 1. FC Bocholt (Bussardweg 17)
Pfarre St.-Georg (Steggenkamp 1)
KLJB Liedern-Herzebocholt (Werther Postweg 5)
KLJB Mussum-Biemenhorst (Benningsstiege)
Leiterrunde Messdiener St.-Bernhard (St.-Georg) (Anholter Postweg)
RuF Barlo-Bocholt (Winterswijker Straße 57c)

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