Preisanstieg bei Eiern: Immer mehr Achterhoeker kaufen direkt ab Hof

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Wer während der Osterfeiertage ein klassisches Frühstücksei genießen möchte, spürt die Preisentwicklung direkt im eigenen Geldbeutel. Nach aktuellen Daten der niederländischen Verbraucherschutzorganisation sind die Eierpreise in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Diese Entwicklung bleibt auch den Landwirten in der Gemeinde Doetinchem nicht verborgen, denn immer mehr Kundinnen und Kunden kaufen ihre Eier direkt auf den Höfen in der Region.
Geflügelzüchter Roy Tomesen von der Tomesen-Geflügelfarm sieht die Ursache klar auf der Hand: „Es herrscht schlicht ein enormes Defizit an Eiern“, schildert er die Situation. Mehrere Faktoren führten dazu, dass viele Hühnerbestände ausgelöscht wurden, etwa durch staatliche Ankaufprogramme in den Niederlanden oder zahlreiche Ausbrüche der Vogelgrippe auf europäischer Ebene. Tomesen, der den traditionsreichen Familienbetrieb in vierter Generation führt, weist darauf hin, dass viele seiner Berufskollegen die Eierproduktion mittlerweile aufgegeben haben. „Wenn die Menge am Markt sinkt und die Nachfrage gleichzeitig steigt, klettern die Preise zwangsläufig.“
Nachdem die Preise Anfang 2024 vorübergehend etwas nachgaben, ziehen sie mittlerweile erneut an. Im Februar beliefen sich die Kosten in den Niederlanden durchschnittlich auf 39 Cent je Ei – eine Steigerung von 38 Prozent im Vergleich zu 2021. Wer Bio-Eier bevorzugt, zahlt nunmehr rund 43 Cent pro Stück. Unterschiedliche Sorten und Bezugsquellen machen sich stark im Preis bemerkbar; auch die transparente Kennzeichnung von Herkunft und Tierwohl lässt laut Verbraucher-Beobachtern in manchen Supermärkten zu wünschen übrig.
Wegen dieser Verteuerung wenden sich mittlerweile zahlreiche Verbraucherinnen und Verbraucher aus der Region Achterhoek der Direktvermarktung an den Bauernhof zu. “In Deutschland und beim Käsehändler sind die Eier günstiger”, berichtet eine Kundin aus Ulft. „Für ein Paket bei der Käserei zahle ich 2,50 Euro, während im Supermarkt gut und gerne vier Euro verlangt werden.“ Ein anderer Passant, wohnhaft allein, nimmt die Preissteigerung gelassen. „Mich betrifft das nicht so stark, aber für Familien mit mehreren Kindern macht das im Gesamten natürlich einen erheblichen Unterschied. Wer größere Mengen benötigt, verständlich, dass der Einkauf direkt beim Bauern attraktiver wird.“
Die Nachfrage nach Eiern nimmt jedes Jahr stetig zu, besonders rund um Ostern steigt sie zusätzlich spürbar an, erklärt Tomesen. Um die Kundschaft nicht zu verlieren, hält er den Preisanstieg auf seinem Hof so gering wie möglich. Während sich seine eigenen Ausgaben kaum verändert hätten, verzeichne er jedoch eine spürbare Zunahme der Kundschaft. „Immer mehr Menschen merken, dass sie hier günstiger einkaufen und werden zu Stammkunden.“ Auch eine Kundin in seinem Hofladen bestätigt: „Der Laden liegt praktisch um die Ecke und die Preise sind hier einfach besser. Es ist unkompliziert und schnell.“
Üblicherweise erreicht der Bedarf an Eiern rund um Ostern seinen Höhepunkt. Im Anschluss rechnet Roy Tomesen mit einem leichten Rückgang bei den Preisen: „Nach Ostern ebbt die Nachfrage ab, entsprechend könnten die Preise etwas nachgeben. Doch dass Eier vor dem Sommer wieder richtig günstig zu haben sind, halte ich für unwahrscheinlich.“
Quelle: Regio8
