Zwölf Gärten und Parks im Europäischen Gartennetzwerk

Zwölf Gärten und Parks im Münsterland sind Partner im Europäischen Gartennetzwerk, dem „European Garden Heritage Network“ (EGHN). Eine neue Broschüre, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und die Stiftung Schloss Dyck in Jüchen herausgeben, stellt sie vor. Die meisten der präsentierten Anlagen sind Gartendenkmale und neben ihrer touristischen Funktion von besonderer kulturhistorischer Bedeutung.

„Gartenfreundinnen und -freunde sowie alle Interessierten können mit der Broschüre die Vielfalt, Qualität und Besonderheiten der Gärten und Parks entdecken und gleichzeitig etwas über die kulturelle Entwicklung in der Region lernen,“ sagt LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger. „Die lange Gartentradition erlebbar zu machen und kulturtouristisch zu profilieren, führt zu lebenswerten, nachhaltigen und zukunftsfähigen Städten und Regionen.“

Um das in angemessener Form tun zu können, brauche es eine wissenschaftliche Grundlage. „Unsere LWL-Denkmalpflege mit Landschafts- und Baukultur in Westfalen erfasst, bewahrt und pflegt das gartenkulturelle Erbe und unterstützt die Akteure dabei in vielfältiger Weise“, so Rüschoff-Parzinger weiter.

Die ausgewählten Anlagen machen die Vielfalt der Gärten und Parks in der Münsterländer Kulturlandschaft deutlich: Die repräsentativen, historischen Parkanlagen von Schloss Nordkirchen (Kreis Coesfeld) und der Wasserburg Anholt (Kreis Borken) zählen ebenso dazu wie der intimere Garten am Haus Welbergen oder zeitgenössische Parks wie der Salinenpark Rheine (beide Kreis Steinfurt) und der Vier-Jahreszeiten-Park in Oelde (Kreis Warendorf).

Als EGHN-Partner präsentieren sich auch die gartengeschichtlich außergewöhnlichen Anlagen des Bagno in Steinfurt und der Historische Tiergarten in Raesfeld (Kreis Borken). Auch als Inspiration für den eigenen Garten gibt es im Kreislehrgarten Steinfurt und im Botanischen Garten der Universität Münster.

Auf den Spuren der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff wandert man im Garten von Haus Rüschhaus in Münster und im Park von Burg Hülshoff in Havixbeck (Kreis Coesfeld) sowie auf dem Literaturpfad, der die beiden ehemaligen Wohnsitze der Dichterin verbindet. Der Schlossgarten Hovestadt in Lippetal (Kreis Soest) schließlich bringt sein Heckentheater als Besonderheit in das EGHN-Netzwerk von rund 200 Parks und Gärten in 15 Ländern ein.

Die 56-seitige Broschüre enthält darüber hinaus zehn Vorschläge für Ausflüge ins Münsterland oder für einen Urlaub in der Region: Zu einem Besuch in der Natur lädt beispielsweise die Steveraue in Olfen (Kreis Coesfeld) oder das Zwillbrocker Venn in Vreden (Kreis Borken) ein. Für einen Bummel durch Städte und Gemeinden, die viel von ihrem historischen Charakter und ihrer Traditionen erhalten haben, empfiehlt das Heft unter anderem Soest, Lüdinghausen (Kreis Coesfeld) oder Hörstel (Kreis Steinfurt).

Die Broschüre ist in den beteiligten Gärten erhältlich oder kann kostenfrei beim LWL dlbw@lwl.org oder bei der Stiftung Schloss Dyck info@eghn.eu bestellt oder als PDF aus dem Internet heruntergeladen werden.

Hintergrund
Mit dem Projekt „European Garden Heritage Network“ (EGHN) beteiligt sich die Region Westfalen-Lippe an einem großen europäischen Netzwerk. Elf Partner aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien, darunter der LWL, haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam die Rahmenbedingungen für den Erhalt und den Ausbau von Gärten und Parks zu verbessern. Das EGHN will aufzeigen, welche Bedeutung Gärten und Parks in ihrer Region haben und welche Chancen für die regionale Identität in der Gartenkunst liegen.

Mit rund 200 Partnergärten in 15 Ländern bringt es Parkeigentümer, Gartenmanager, Behörden, Stiftungen und Tourismusagenturen zusammen, um im internationalen Austausch Maßnahmen zu entwickeln, deren Umsetzung den Erhalt und die Weiterentwicklung von Parks und Gärten sichert. Das Netzwerk wächst kontinuierlich.

Zwölf Gärten und Parks im Münsterland werden in der neuen Broschüre vorgestellt.

©  Udo Woltering

Der Barockgarten an Haus Rüschhaus in Münster ist von einer Gräfte umgeben und 1825 nach Plänen von Johann Conrad Schlaun wiederhergestellt worden.

©  Udo Woltering

Quelle: Kreis Borken

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