Rathaus womöglich erst 2027 fertig?



Von BERTHOLD BLESENKEMPER

Das Rathaus wird womöglich erst im Frühjahr 2027 und damit drei Jahre später als ursprünglich geplant fertig. Das zumindest hat das zuständige Architekturbüro Böhm angedeutet. Die Kölner wollen sich nach Informationen von Made in Bocholt nicht einmal verbindlich auf den von der Stadtverwaltung erst kürzlich um ein Jahr auf Dezember 2025 verschobenen Wiedereröffnungs-Termin festnageln lassen. 

Bürgermeister Thomas Kerkhoff hat schon überlegt, dem Architekturbüro den Auftrag zu entziehen. Denn mit jeder weiteren Verzögerung muss mit Kostensteigerungen in Millionenhöhe gerechnet werden. Nachteile eines solche drastischen Schrittes: Eine Neuvergabe würde ebenfalls viel Zeit kosten und die umstrittene Sanierung damit ebenfalls erheblich verteuern.

Offenbar ist die Kommunikation zwischen der Stadtverwaltung und der Projektleitung in Köln erheblich gestört. Bürgermeister Thomas Kerkhoff scheint sich der Sache persönlich angenommen zu haben. Stadtbaurat Daniel Zöhler spielt in Sachen Rathaussanierung  augenscheinlich nicht mehr die erste Geige.

Das Architekturbüro Böhm war schon bei Auftragsvergabe nicht unumstritten. Denn es hatte 2017 als Entscheidungsbasis für die Rathaussanierung eine Machbarkeitsstudie vorgelegt, in der von Kosten in Höhe von lediglich 37,5 Millionen Euro ausgegangen worden war. Dabei waren jedoch wohl Dinge wie einige Sanitäranlagen, die Küche der Gastronomie und neue Außenanlagen „vergessen“ worden. Inzwischen haben sich die Kosten denn auch mehr als verdoppelt.

Die aktuelle Entwicklung wirft zudem ein neues Licht auf den erst vor wenigen Tag angekündigten Kauf der Gigaset-Gebäude an der Kaiser-Wilhelm-Straße. Die sollen bekanntlich 7,9 Millionen kosten. Kritiker bemängeln, dass dieses Immobiliengeschäft mehr eine Art „Notkauf“ als die von Bürgermeister Thomas Kerkhoff angekündigte strategische Neuausrichtung des städtischen Gebäudeportfolios war.

  1. Das Architektbüro Böhm hat die Urheberrechte für das Gebäude. Aus dem Vertrag von 1972 und dem Denkmalschutz von 2016 kommt der Bürgermeister Kerkhoff auch mit den gewieftesten Anwälten nicht heraus. Also sollte man kleine Brötchen backen!

  2. Anscheinend gibt es keine Fertigstellung vor 2030. Die Kosten werden sicherlich einen 3-stelligen Millionen Betrag erreichen. Jeder Bocholter Bürger zahlt dafür rechnerisch über 1000 Euro. Daran werden vermutlich noch unsere Enkel zu knabbern haben,
    Daher: sofortiger Baustopp und suche nach Alternativen
    Im Gigaset-Gebäude dürften sich nahezu alle städtischen Bediensteten unterbringen (incl Abrisss Backsteingebäude und zweckmäßiger Neubau).
    Die Abteilungen mit großem Publikumsverkehr könnten im alten SSK-Gebäude bzw im entsprechenden Neubau untergebracht werden.
    Daher: Unterschriftenaktion gegen die weitere „Sanierung“

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