Rathaussanierung: Soziale Liste fordert unabhängige Aufklärungskommission

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Die verschwundene Theaterbestuhlung des Bocholter Stadttheaters hat bundesweit Schlagzeilen gemacht. Für die Soziale Liste Bocholt ist sie jedoch nur ein sichtbares Symptom eines deutlich größeren Problems. Die eigentliche Frage sei nicht, was mit den Stühlen passiert ist, sondern wie ein Projekt mit ursprünglich rund 37 Millionen Euro Kosten auf inzwischen rund 129 Millionen Euro anwachsen konnte, erklärt Stadtverordnete Bärbel Sauer. Deshalb hat die Wählergemeinschaft einen Bürgerantrag zur Einrichtung einer unabhängigen Aufklärungskommission für das Rathaus- und Stadttheaterprojekt eingebracht. Die soll unabhängig arbeiten und Fachkompetenz von außerhalb der Kommunalpolitik einbeziehen. Vorgesehen sind externe Sachverständige, das Rechnungsprüfungsamt der Stadt sowie sachkundige Bürgerinnen und Bürger.

„Die verschwundenen Theaterstühle sind nur die Spitze des Eisbergs. Entscheidend ist die Frage, wie es zu dieser Entwicklung kommen konnte und warum zentrale Informationen teilweise erst sehr spät öffentlich wurden“, ergänzt Vanessa Jerzykowski-Schulz. Bereits vor der Grundsatzentscheidung zur Sanierung im Jahr 2018 gab es nach Ansicht der Sozialen Liste einen bemerkenswerten Vorgang.  Denn das in den 1970er Jahren errichtete Rathaus wurde unter Denkmalschutz gestellt. Politik und Öffentlichkeit erfuhren davon erst zu einem Zeitpunkt, als keine Möglichkeit mehr bestand, gegen diese Entscheidung Widerspruch einzulegen. Damit entfiel zugleich eine grundlegende Alternative, nämlich ein Abriss mit anschließendem Neubau.
Bereits 2019 mussten die Beschäftigten das Rathaus verlassen. Die Fertigstellung wurde seitdem mehrfach verschoben. Gleichzeitig stiegen die Kosten Schritt für Schritt an. Hinzu kamen öffentliche Diskussionen über Planung, Projektsteuerung und zuletzt die verschwundene Theaterbestuhlung. Besonders kritisch sieht die Wählergemeinschaft, dass viele Fragen erst auf öffentlichen Druck beantwortet wurden. So wurde erst letze Woche auf Nachfrage im Haupt- und Finanzausschuss bekannt, dass bereits im Dezember 2025 eine Strafanzeige im Zusammenhang mit der Theaterbestuhlung gestellt worden war.

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    Dämliche Frage: wie konnte das mit den Stühlen passieren? Unter dem vom Bürgermeister angenommenen Anbietern war ein Betrüger, der sich die Dinger unter den Nagel gerissen hat und noch 50.000 Euro Vorauszahlung für nicht geleistete Arbeit bekam. Die Soziale Liste sollte mal beim Bürgermeister nachfragen, ob der Herr Kerkhoff derjenige Bürgermeister war oder wer?

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