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Regionale Wirtschaft warnt vor Abschaffung der sachgrundlosen Befristung

Regionale Wirtschaft warnt vor Abschaffung der sachgrundlosen Befristung
Wirtschaft

„Sachgrundlose Befristungen sind ein zentraler Bestandteil des funktionierenden und wettbewerbsfähigen deutschen Arbeitsmarkts“, gibt Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes, mit Blick auf die anstehenden Koalitionsverhandlungen zu bedenken. Die SPD hatte gefordert, sachgrundlose Befristungen abzuschaffen. „Es gibt generell keinen Grund, befristete Arbeitsverträge pauschal zu verteufeln“, so Schmitz. „Im Gegenteil: Sie tragen im erheblichen Maße zur Beschäftigung bei und waren eine wichtige Voraussetzung für das Jobwunder, das wir in den letzten Jahren erlebt haben.“

Das Instrument der Befristung unterstütze einen schnellen Einstieg ins Berufsleben, entsprechend sei die Erwerbslosenquote der 25- bis 34-Jährigen in Deutschland mit fünf Prozent einer der niedrigsten in Europa. „Befristete Arbeitsverhältnisse bieten die Möglichkeit, Arbeitslosigkeit zu verhindern oder zu beenden. Sie ermöglichen soziale Teilhabe, die anderenfalls ausbliebe“, so Schmitz. Sie seien vor allem für Berufsanfänger und -rückkehrer eine gute Möglichkeit, sich im neuen Arbeitsverhältnis zu beweisen. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen sei die sachgrundlose Befristung ein wichtiges Instrument: „Nur so können die Betriebe Risiken minimieren und damit Beschäftigung überhaupt ermöglichen“, so Schmitz. Die Chance, direkt aus einer befristeten Beschäftigung mit oder ohne Sachgrund in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen zu werden sei in den letzten Jahren stark angestiegen. Am Ende sei es eine Win-win-Situation für beide Seiten.

Laut Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) wurden zuletzt 40 Prozent der befristet Beschäftigten in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen. Insgesamt erhalten laut IAB fast drei Viertel der befristet Beschäftigten in ihrem Betrieb eine Anschlussbeschäftigung. Das IAB hat in diesem Zusammenhang sogar festgestellt, dass ein höherer Anteil sachgrundloser Befristungen in einem Betrieb mit einer höheren Übernahmequote einhergeht. „Das zeigt, dass das Ziel der Betriebe ist, regelmäßig langfristige Bindungen an ihre Arbeitnehmer zu knüpfen“, bilanziert Schmitz abschließend.

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