Schülerinnen und Schüler des Mariengymnasiums gestalten Stolperstein-Rundgang aktiv mit

Rund 30 Bocholterinnen und Bocholter nahmen am 27. Januar 2022 an einem sog. Stolperstein-Rundgang durch die Bocholter Innenstadt teil. Schülerinnen und Schüler des Mariengymnasiums gestalteten die Gedenkveranstaltung aktiv mit.

Anlass für den Rundgang entlang der Stolpersteine zu den Häusern, in denen einst Menschen jüdischen Glaubens wohnten, die in Auschwitz ermordet wurden, ist der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Am 27. Januar 1945 wurde das Vernichtungslagers Auschwitz befreit.

Hermann Oechtering und Josef Niebur vom VHS-Arbeitskreis Synagogenlandschaften erinnerten zu Beginn der Gedenkveranstaltung an die etwa 1,3 Millionen Menschen, zumeist jüdischen Glaubens, die im Vernichtungslager Auschwitz ihr Leben lassen mussten. Oechtering schilderte die letzten Tage und Stunden wie folgt: “Überall wehte der Todesgeruch […] Noch kurz vor der Befreiung des Lagers am 27. Januar 1945 hatte die SS versucht, die geschundenen Leichen in Krematorien zu verbrennen. Nur etwa 3.000 Menschen überlebten das fünf Jahre währende Inferno.”

Zu den ermordeten Menschen jüdischen Glaubens im Vernichtungslager Auschwitz zählen auch 38 Kinder, Frauen und Männer, die in Bocholt geboren wurden oder einmal hier gewohnt hatten. Allein Sigmar Seif überlebte.

Schülerinnen und Schüler des Mariengymnasiums unterstützten bei der Gedenkveranstaltung den VHS-Arbeitskreis Synagogenlandschaften sowie den städtischen Fachbereich Kultur und Bildung. An mehreren Station in der Innenstadt machten die Teilnehmenden an Stolpersteinen halt, wo sie über die Lebens- und Todesumstände ehemaliger Bocholter Jüdinnen und Juden erfuhren.

Zum Abschluss bedankte sich Oliver Brenn, Geschäftsbereichsleiter Kultur und Archiv, im Namen der Stadt Bocholt bei den Schülerinnen und Schüler sowie den Teilnehmenden und verwies mit einem Zitat der Holocaust-Überlebenden Esther Bejarano auf die Bedeutung einer fortwährenden Erinnerungskultur: “Ihr habt keine Schuld an dieser Zeit. Aber ihr macht euch schuldig, wenn ihr nichts über diese Zeit wissen wollt. Ihr müsst alles wissen, was damals geschah. Und warum es geschah.”

Foto: Stadt Bocholt

Quelle: Stadt Bocholt

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