Schützenhaus-Rettung wird aus dem Rathaus torpediert

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Ein Kommentar von BERTHOLD BLESENKEMPER

Dreimal hatten Verwaltung, Stadtmarketing und Politik die große Chance, das Schützenhaus mit Hilfe des Bocholter Unternehmers Jürgen Theissen zu retten. Sie haben sie nicht genutzt. Die einen wollten, die anderen nicht. Am Ende war alles für die Katz. Jetzt versucht es eine private Initiative aus Sparkasse und Vereinen, die sich zu einer Bürgerstiftung zusammengeschlossen haben. Und was machen Teile der Verwaltung und Politik? Sie torpedieren die Pläne, wo immer sie können.

Erst tönt Stadtkämmerer Ludger Triphaus öffentlich, man könne Theatersaal zu einer Art Veranstaltungszentrum umbauen. Das wäre dann eine direkte Konkurrenz zum Schützenhaus gewesen. Dann beklagt er sich darüber, dass Stadtmarketingchef Ludger Dieckhues nicht an den Stiftungsplänen beteiligt wird. Anschließend treibt die Verwaltung mitten in der Gründungsphase der Bürgerstiftung die Zwangsversteigerung des Gebäudes voran. Und schließlich beschweren sich Teile der Stadtverordnetenversammlung über „Parallelgesellschaften“.

Dabei versucht die Bürgerstiftung lediglich, Landeszuschüsse zu erhalten, ohne die die Rettung des Schützenhauses undenkbar wäre. Sie setzt auf das Programm „Initiative ergreifen“. Dieses Programm unterstützt Projekte, die (Zitat) „bürgerschaftliches Engagement und Stadterneuerung wirksam miteinander verknüpfen“. Es wendet sich an „bürgerschaftliche Projektträger, aber auch an Kommunen, die neue Wege in der Kooperation mit ihren Bürgern suchen“. Im Klartext: Es wird ausdrücklich „bürgerschaftliches Engagement“ verlangt. Damit will Düsseldorf wohl verhindern, dass Kommunen über das Hintertürchen Stiftung Projekte finanzieren, die sich eine Stadt oder Gemeinde selbst nicht leisten kann oder will. Eine gewisse Trennung von Stadt- und Stiftungstrukturen ist demnach nicht nur sinnvoll, sondern sogar ausdrücklich gewollt.

Eine Alternative wäre, die Stadt würde von sich aus „neue Wege in der Kooperation mit ihren Bürgern“ suchen. Aber von so etwas ist Bocholt momentan leider Lichtjahre entfernt. Verwaltung und Politik gefährden stattdessen lieber mit ihrem permanenten öffentlichen Gejammer bürgerschaftliches Engagement und damit die Schützenhaus-Rettung. Noch ehe die Bürgerstiftung gegründet ist, wird sie bereits öffentlich kaputtgequatscht. Und das ausgerechnet immer und ausschließlich aus dem Rathaus. Zufall? Wohl kaum! Das sieht eher nach Strategie aus.

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