Sportbetrieb gefährdet: FC Olympia fühlt sich von der Stadt im Stich gelassen



Der FC Olympia Bocholt fühlt sich von der Stadt im Stich gelassen. Grund: Der Verein hat für seine 24 aktiven Fußballmannschaften und 534 Mitglieder in den vergangenen Jahren mehr als eine viertel Million Euro in den Ausbau der Sportstätten und die Sanierung des Klubhauses investiert. Doch unlängst hat ihm die Verwaltung – nach Angaben des Vorstandes „mit nur 24-stündiger Vorwarnung“ – zwei Flutlichtmasten des Aschenplatzes demontiert. Nur noch gekappte Stromleitungen zeugen von ihnen (Foto). Zudem wurde das benachbarte, für eine Outdoor-Spielfläche vorgesehene, auch vom Alpenverein beanspruchte Rasendreieck ohne Wissen der Vereine urplötzlich für Flüchtlingsunterkünfte ins Gespräch Gepräch gebracht. Das Ausweichgelände beim Nachbarn 1. FC steht an Regionalliga-Spieltagen nur begrenzt zur Verfügung. Und Gemeinschaftsplätze beim TSV Bocholt werden inzwischen sogar von Klubs aus anderen Ortsteilen beansprucht. Ein ordentlicher Trainings- und Spielbetrieb ist nach Einschätzung des FCO auf Dauer am Hünting nicht mehr gewährleistet.

Für die Olympianer ist vor allem das plötzlich fehlende Flutlicht am Aschenplatz ein großes Problem. Das Gelände war stark frequentiert. Jetzt müssen viele Mannschaften auf den Rasen im Stadion ausweichen. Der aber ist lange nicht so belastbar. Teilweise muss der Vereinsvorstand das Gelände schon von sich aus sperren.

Den Vorschlag des Vereins, das Flutlicht zu erneuern und/oder einen zusätzlichen Kunstrasenplatz am Hünting zu errichten, steht die Verwaltung wohl eher skeptisch gegenüber. Das Geld sei knapp, heißt es. Stattdessen wolle man prüfen, ob das Flutlicht noch doch zumindest teilweise wieder installiert werden oder alternativ der Kunstrasenplatz des 1. FC Bocholt vom FCO stärker genutzt werden könne. Möglich hält man im Rathaus auch ein Ausweichen auf das Gelände des BV Borussia Bocholt am Stadtwald mit Nutzung des Umkleiden am dortigen Euregio-Gymnasium vor. „Shared space“ nennt man auf Neudeutsch dieses Konzept.

Auch wenn seit Monaten schon mehrfach über das Thema gesprochen wurde, getan hat sich offenbar bislang nichts. Dem Vorstand des FC Olympia ist zwischenzeitlich bereits der böse Verdacht gekommen, dass das Sprtgelände womöglich für den Bau des Nordrings geopfert werden soll. Hintergrund: Die Stadt hat womöglich Schwierigkeiten, die Grundstücke für die ursprünglich vorgesehene Trasse zu bekommen.

Schwer enttäuscht ist das Führungsgremium von Bürgermeister Thomas Kerkhoff. Der hatte versprochen, nach einer Lösung zu suchen und sich wieder zu melden. Doch das ist inzwischen Wochen her.

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