St. Martin hat eine wichtige Botschaft für alle

Es gibt hier eine Legende von einem guten Menschen. Martin wird er genannt. Jedes Kind hat von ihm gehört. Er lebte vor etwa 1600 bis 1700 Jahren. Er war zunächst römischer Soldat, wurde aber später Bischof von Tours. Es wird erzählt, dass er eines Tages einen frierenden Bettler sah und seinen Mantel in zwei Stücke teilte, damit der Bettler sich mit der einen Hälfte wärmen konnte. Dieser gute Mann wurde zum Heiligen, zu St. Martin. Und bis heute ist es auch in Bocholt Brauch, im November an ihn zu erinnern.

Es ist eine Geschichte des Christentums. Was haben Muslime und Andersgläubige damit zu tun? Wenn die Schüler der Bocholter Schulen am 11. November, dem St. Martinstag, oder wenige Tage davor oder danach mit Laternen durch die Straßen ziehen – wieso sollen nichtchristliche Kinder dann mitmachen? Diese Fragen werden hier und da diskutiert. Und es gibt Vorschläge, den christlichen Hintergrund des Brauches aufzugeben und ein neutrales Event daraus zu machen.

Manchen geht es tatsächlich nur um die schönen, leuchtenden Laternen und um die Süßigkeiten, die beim St. Martinsumzug an die Kinder verteilt werden. Aber man sollte nicht vergessen, dass von St. Martin eine wichtige Botschaft ausgeht, die für alle gelten muss – unabhängig von der Religion. Sie lautet: Denke nicht nur an dich selbst, sondern auch an andere. Hilf ihnen, sei mitmenschlich. Diese Botschaft ist multikulturell. Und sie ist heute, wo sich Egoismus, Hass und Ausgrenzung verbreiten, wichtiger denn je.

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