Dezember 6, 2021

Stadtgeschichte: Aabrücke mit Villa Schwartz an der Bismarckstraße

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Bocholt (PID). Am Theodor-Heuss-Ring, nördlich der Aa-Promenade, entsteht in diesen Monaten auf dem rund 5.000 qm umfassenden ehemaligen Schwartz-Gelände ein großer Wohnkomplex für 43 Mietparteien mit Tiefgarage und parkähnlichen Anlagen. Wie es in der Vergangenheit dort aussah, belegt dieses Foto aus dem Frühjahr 1925.
Der Betrachter befindet sich am südlichen Aa-Ufer, etwa dort, wo sich die frühere Weberei Schuster & Dübigk befand. Er schaut auf die friedvoll dahinfließende Aa, die Aabrücke und die Villa Schwartz an der damaligen Bismarckstraße. Im Hintergrund sind die Häuser am Südwall und zwischen den hohen Bäumen der Turm der Liebfrauenkirche zu sehen.
Früher hieß die Bismarckstraße „Schwartz-Weg“ und stand im Privateigentum der Firma Ludwig Schwartz. Die abgebildete Brücke wurde 1885 gebaut und bestand in ihrer Gliederung aus einer 5 m breiten Haupt- und einer Flutbrücke, deren Tragpfeiler zum Teil auf dem Flutgelände der Aa stehen. Rechts auf der flachen Uferböschung, die den Anwohnern gehörte, sieht man deutlich die beiden je 6 m breiten Flutöffnungen der Brücke. Sie mussten seinerzeit durch die Firma Schwartz angelegt werden, um bei Überschwemmungen einen Wasserdurchfluss zu gewährleisten.
Aabrücke gint 1890 in Besitz der Stadt
Da sich die Stadt damals an den Kosten beteiligte, erklärten sich die Fabrikanten bereit, die neue Brücke zu unterhalten und für den öffentlichen Verkehr freizugeben. Ende 1890 gingen die Aabrücke und der Schwartz-Weg in den Besitz der Stadt über, und am 25. Juli 1896 benannte die Stadtverordnetenversammlung diesen Verkehrsweg in „Bismarckstraße“ um. Als die 32,5 m lange Brücke 1898 reparaturbedürftig war, entschied man sich zunächst für einen doppelten Holzbelag, verwendete aber als Tragwerk letztlich 11 cm hohe schmiedeeiserne Profile, sog. Zoreseisen. Aufgrund ihrer geringen Tragfähigkeit (max. 2.500 kg) wurde die Brücke Anfang August 1925 abgebrochen und durch eine Konstruktion aus Eisenbeton ersetzt.
Villa 1945 fast vollständig zerstört
Rechts im Bild erhebt sich die prächtige Villa des Fabrikanten Werner G. H. Schwartz (1864-1940), Inhaber der Baumwollweberei Gebr. Schwartz auf dem Hochfeld. Er erbaute dieses vornehme Domizil im Jahre 1900 für seine vielköpfige Familie. Das Haus wurde beim Bombenangriff 1945 fast vollständig zerstört, doch sein jüngster Sohn und Erbe, der Fabrikant Walter Schwartz (1911-2010), errichtete auf den Trümmern einen Neubau. Als man diesen im Februar 2016 schließlich niederlegte, traten die Grundmauern der alten Villa Schwartz wieder zu Tage.

Foto: Stadtarchiv Bocholt, Text: Wolfgang Tembrink

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