Dezember 6, 2022

Stadtgeschichte: Die „Canadian Hell Drivers“ ließen es 1969 krachen

Im Sommer 1969 erlebten die Bocholterinnen und Bocholter mitten in der Stadt das spektakuläre Gastspiel der „Canadian Hell Drivers“. Diese internationale Künstlergruppe hatte schon vielerorts mit ihrer waghalsigen Auto- und Motorradshow von sich reden gemacht.

Die todesmutigen Stuntfahrer aus Deutschland, England, Frankreich, Schweden sowie eine Fahrerin aus Ungarn befanden sich in jenem Jahr auf Deutschland-Tournee und stellten bei einem ersten Besuch in Bocholt am 5. und 6. Juli 1969 auf dem Meckenemplatz (heute Berliner Platz) ihr Können unter Beweis. Einen weiteren Auftritt hatte das Team übrigens am gleichen Ort, und zwar im April 1971.

Tollkühne Stunts, das bedeutete Autosprünge von einer Rampe zur anderen, hinweg über aufgereihte Schrottfahrzeuge, Sturzfahrten und Zusammenstöße mit anderen Autos, riskante Überholmanöver, abrupte Bremsaktionen oder Motorradfahrten durch brennende Bretterwände. Zu diesem Zweck war der Meckenemplatz vollständig abgesperrt und mit stoffbespannten Stellwänden eingezäunt worden. Wer sich die Autoshow ansehen wollte, konnte bei einem Bocholter Autohändler Eintrittskarten erwerben. Die für die Darbietung benötigten Altwagen waren in der Regel schon ausgemustert, aber dennoch fahrtauglich und wurden für die Show von örtlichen Autohäusern zur Verfügung gestellt.

Kuriosum am Rande: Auf Grund des Lkw-Fahrverbots an den Sonntagen konnten die Höllenfahrer ihre eigenen Pkw nicht mit nach Bocholt bringen. Daher musste der englische Starfahrer Bob Morris auf dem Meckenemplatz ein fremdes Auto benutzen und hatte insofern Probleme mit dem Kunstfahren auf zwei Rädern. Bei einem halsbrecherischen Stunt überschlug sich sein Fahrzeug und blieb auf dem Dach liegen. Trotzdem konnte der wagemutige Akteur sein völlig demoliertes Gefährt unverletzt verlassen.
Das Foto zeigt einen Ausschnitt aus der Autoshow der „Canadian Hell Drivers“. Ein ausrangierter Opel Rekord Olympia P1 fliegt auf ein hölzernes Podest zu. In gewisser Entfernung reihen sich die Zuschauerinnen und Zuschauer auf und verfolgen gespannt die Crashfahrten, die sie sonst nur aus dem Fernsehen oder vom Kinobesuch kennen. Im Hintergrund ist das Mariengymnasium zu sehen. Am Ende der Show blieb von den Fahrzeugen der fünfziger und sechziger Jahre nur noch ein Schrotthaufen übrig. Schade um die schönen Autos, würde so mancher Oldtimer-Fan heute vielleicht sagen.

Foto: Hell Drivers aus dem Jahr 1969 in Bocholt (Copyright: Stadtarchiv Bocholt)

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