Bocholt (PID). „Die Erschießung des Bocholter Volkssturmmannes Wilhelm Nienhaus – ein Verbrechen aus den letzten Kriegstagen“, so lautet das Thema des Bocholter Historikers Marius Lange am kommenden Donnerstag, 26. April 2018, beim Gesprächskreis Bocholter Stadtgeschichte. Die Veranstaltung des Stadtarchivs Bocholt und der VHS Bocholt-Rhede-Isselburg beginnt um 18:30 Uhr im Medienzentrum, Hindenburgstraße 5. Eintritt frei.

Ende März 1945 sollte die männliche Bevölkerung Bocholts im Alter zwischen 16 und 60 Jahren als ungenügend bewaffneter und kaum ausgebildeter “Volkssturm” die herannahenden Alli­ierten aufhalten. Als sich der “Volkssturm” in Höhe der “Walderholung” im Norden der Stadt formierte, kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen dem Landwirt Wilhelm Nienhaus und seinem Bataillonskommandeur. Von Gewehrkolben niedergeschlagen, wurde Nienhaus zur Ausweichstelle der NSDAP-Kreisleitung an der heutigen Winterswijker Straße abgeführt. We­nig später war er tot – man hatte ihn erschossen und seine Leiche notdürftig in einer Sand­grube verscharrt.

Der Bocholter Historiker Marius Lange zeichnet nach, welche Umstände zu diesem Endphaseverbrechen geführt hatten und wie der Fall durch die bundesdeutsche Nach­kriegsjustiz geahndet wurde.

Der Gesprächskreis Bocholter Stadtgeschichte findet in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für historische Landeskunde des westlichen Münsterlandes e.V. statt. Weitere Informationen gibt es im Stadtarchiv Bocholt unter Tel. 02871 953-347 oder E-Mail stadtarchiv@mail.bocholt.de.

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