Tipps rund um die Digitalisierung – Lernen vom „Alles-Kaufhaus“

Tipps rund um die Digitalisierung – Lernen vom „Alles-Kaufhaus“
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Bocholt. Digitalisierung: Sie macht bahnbrechende Ideen weltweit erfolgreich, siehe das „Alles-Kaufhaus“ Amazon oder der Privat-Ferienhaus-Anbieter Airbnb. Und sie revolutioniert alt hergebrachte Geschäftskonzepte wie beim Reifenhersteller, der inzwischen nicht mehr Räder verkauft, sondern die Dienstleistung „immer zuverlässig rollendes Fahrzeug“. Die Digitalisierung stürzt aber wirtschaftlich auch Einiges ins Verderben: Der Fuji-Film, der Foto-Abzug und die Foto-Ecke haben nahezu ausgedient.

Auch wenn so manch ein Unternehmer beim Wort „Digitalisierung“ abwinkt, weil er zu häufig zu gleiche und zu komplizierte Empfehlungen hört: „An Geschäftsmodell-Innovationen und die Arbeitsorganisation muss man sich Stück für Stück begeben. Um wirtschaftlich zu überleben, führt daran schlicht kein Weg vorbei“, sagt Jürgen Paschold, Verbandsingenieur beim Unternehmerverband. Die Arbeitgeberorganisation engagiert sich vielfältig in diesem Bereich – mit Informationsveranstaltungen, Austausch und Seminaren.

Unter dem Stichwort „new work“ hat Jürgen Paschold einige Ideen, damit Unternehmen agiler werden. „Bei Start-ups etwa kann man sich abschauen, dass kleine Teams ohne Hierarchien dynamisch und schnell arbeiten.“ In solchen Einheiten könnte jeder einzelne Mitarbeiter seine Stärken und Kompetenzen besser einbringen, statt alleine alles selbst können zu müssen. „Zudem wird die Unternehmenskultur mehr und mehr zum Schlüssel, um die Mitarbeiter zu binden und neue zu finden“, weiß Paschold, der vor allem auf eine transparente interne Kommunikation und neue Formen, Arbeit zeitlich und räumlich zu organisieren, verweist. Nicht zuletzt kommt den Führungskräften die entscheidende Rolle bei der digitalen Transformation zu: „Durch Feedback in Echtzeit, das meine ich inhaltlich und persönlich, bleibt die Führungskraft mit allen Prozessen und Mitarbeitern vernetzt und kann so aktiv agieren und steuern.“

Solche und weitere Anregungen gibt der Unternehmerverband hiesigen Firmen bei vielfältigen Gelegenheiten: Bei Seminaren stehen die Digitalisierung, die veränderte Führung „4.0“ und agile Instrumente im Mittelpunkt. „Das 12. Bocholter Personalforum am 29. Mai dreht sich etwa auch darum, wie Computer & Co. die Ansprache potenzieller Fachkräfte verändern“, erläutert Paschold. Weiteres Angebot in Bocholt ist auch das Netzwerk Industrie 4.0, bei dem sich Unternehmer in der Hochschule zum konkreten Gedankenaustausch treffen; oft stehen dabei Prozesse, Produktion und Logistik im Mittelpunkt, die digitalisiert und vernetzt effektiver laufen. „Überhaupt sind die hiesigen Universitäten und Hochschulen ein perfekter Inkubator, um Know-how, Ideen und Personal zu bekommen.“ Paschold rät, dass Firmen dieses Potenzial noch intensiver nutzen.

Weitere Informationen zu den Seminaren des Unternehmerverbandes online unter www.haus-der-unternehmer.de <www.haus-der-unternehmer.de/> und zu den weiteren Angeboten, die sich teils exklusiv an die Mitglieder des Unternehmerverbandes richten, auf www.unternehmerverband.org <www.unternehmerverband.org/>

Bildunterschrift: Beim Netzwerk Industrie 4.0, das regelmäßig in der Westfälischen Hochschule stattfindet, wird Digitalisierung live demonstriert, etwa mit einer 3D-Brille, die Bauteile virtuell abbildet. Überhaupt sind die hiesigen Universitäten und Hochschulen ein perfekter Inkubator, um Know-how, Ideen und Personal zu bekommen. (Foto: Unternehmerverband)