Trotz aller Sanierungsanstrengungen: EWIBO bleibt in wirtschaftlicher Schieflage



Von BERTHOLD BLESENKEMPER

Die EWIBO bleibt nach Informationen von Made in Bocholt trotz aller Sanierungsanstrengungen in einer wirtschaftlichen Schieflage. Die neue Geschäftsführerin Asra Zürn (Foto) soll das im nichtöffentlichen Teil der jüngsten Ratssitzung erklärt haben. Würde der Gesellschaft jetzt womöglich auch noch die Gemeinnützigkeit aberkannt, könnten zusätzlich Steuerrückzahlungen in Höhe von mehreren Millionen Euro fällig werden. Zürn wollte dazu auf Anfrage unseres Portals heute keine Stellung nehmen.

Wie Made in Bocholt erfuhr, hat Asra Zürn als einen Grund für die finanziellen Schwierigkeiten eine schwer unüberschaubare Buchhaltung sowie das Fehlen eines Controllings und eines Mahnwesens angegeben. So sollen heute noch Forderungen der EWIBO an Kunden in Höhe von mehreren hunderttausend Euro offen sein. Einige lassen sich wohl nicht mehr eintreiben. Neben dem ehemaligen Geschäftsführer sollen inzwischen auch Prokuristen des Unternehmens entlassen worden sein.

Auch scheint es mit den Investitionen und Immobiliengeschäften Probleme zu geben. Einigen Ratsmitgliedern ist offenbar nicht klar, wo einige Gelder geblieben sind. Im Oktober 2019 hatte der Rat beispielsweise in einer denkwürdigen Sitzung gegen den Willen des Stadtbaurates Daniel Zöhler, aber dafür auf ausdrückliche Empfehlung des damaligen Kämmerers Kai Elsweier hin eine Eigenkapital-Erhöhung der Tochtergesellschaft in Höhe von fünf Millionen Euro durchgedrückt. Eigentlich sollte mit diesem Geld der Bau eines Gebäudes auf dem ehemaligen Feuerwehrgelände finanziert werden. Teile des Rates hatten sich deshalb eine entsprechende Zweckbindung des Geldes gewünscht. Doch die hauptsächlich von der CDU getragene Mehrheit lehnte eine solche Verwendungsbeschränkung ab. 

Inzwischen ist sicher, dass die EWIBO nicht bauen wird. Unklar scheint derweil, für welchen Zweck die fünf Millionen Euro Eigenkapitalerhöhung aus 2019 in der EWIBO genutzt wurden. Zurückgezahlt wurden sie bis heute zumindest nicht. Ratsmitglieder vermuten nun, dass mit dem Geld bestehende Finanzlöcher der Gesellschaft gestopft werden sollten und wurden und daher die Verwendungsbeschränkung damals abgelehnt wurde.

Immer stärker drängt sich auch die Frage auf, welche Rolle die Politik sowie Ex-Bürgermeister Peter Nebelo, der ehemalige Dezernent Ludger Triphaus und der ehemalige Kämmerer Kai Elsweier im EWIBO-Skandal gespielt haben und teilweise wohl auch noch immer spielen. Insbesondere die Aufsichtsratsmitglieder sehen sich zudem massiven Fragen nach ihrer Kontrollpflicht, ihrer Sachkompetenz und nach einer möglichen Beteiligung an den Vorgängen ausgesetzt. 

Bürgermeister Thomas Kerkhoff mauert derweil. Seit einem Jahr verweigert er Antworten auf konkrete Fragen von Stadtverordneten zu Gutachten von Wirtschaftsprüfern und Hinweisen der Kommunalaufsicht zu geben. Die FDP-Fraktion will seit Oktober 2021 wissen, wer von welchen Gutachten wusste, wer wann darüber in Kenntnis gesetzt wurde, ob der Verwaltungsvorstand davon wusste und warum der Stadtrat nicht informiert wurde. Kerkhoff schweigt beharrlich.

  1. CDU, CDU und immer wieder CDU. Mauscheleien wohin man schaut. Obskure Geldverschiebungen wie es bei Geldwäschegeschäften. Seltsame Verknüpfungen zwischen Dienstleistungsunternehmen und Sportvereinen, seltsam, seltsam. Aber Hauptsache die Weihnachtsbeleuchtung läuft.

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