Türkeli-Dehnert: „Ich komme gerne wieder“!

Integrationsstaatssekretärin des Landes Nordrhein-Westfalen diskutiert mit Integrationsrat, Verwaltungsvorstand und Politik

„Ich komme gerne wieder“, sagte Gonca Türkeli-Dehnert, Integrationsstaatssekretärin des Landes Nordrhein-Westfalen nach dem Empfang im Historischen Rathaus. Bürgermeister Thomas Kerkhoff hatte sie nach Bocholt eingeladen. Dieser Einladung folgte Türkeli-Dehnert jetzt und nutzte die Gelegenheit, vor Ort mit Vertretern des Integrationsrates, dem Verwaltungsvorstand und der Politik zu diskutieren.

„Wir alle sind Menschen, die in Frieden, Freiheit und Wohlstand leben wollen“, sagte Kerkhoff in seiner Begrüßungsansprache, „angesichts des Ukraine-Krieges machen wir uns alle Sorgen“. Kerkhoff ging auf die Bedeutung Bocholts als Europastadt ein, wies auf die Grenznähe zu den Niederlanden hin. „In Dinxperlo/Suderwick kann es schon mal vorkommen, dass man aus Versehen die Grenze übertritt, so nahe liegen beide zusammen.“ Bocholt sei eine Stadt, die Zuwanderung lebe, es gebe ab er auch immer Themen, bei denen man schon mal unterschiedlicher Auffassung sein könne.

Integration erfordert Herzblut und Zeit

Türkeli-Dehnert berichtete in ihrer Ansprache von ihrer eigenen Biographie. „Meine Eltern sind eingewandert, meine Oma als Gastarbeiterin schon in den 60er Jahren.“ Lange habe Türkeli-Dehnert ehrenamtlich im Bereich der Integration gearbeitet. Sie bedankte sich bei den Mitgliedern des Integrationsrates für ihr Engagement. Integration erfordere Herzblut und Zeit, so die Staatssekretärin. „Daher kann ich Ihnen ganz klar sagen, wie wichtig Ihre Arbeit im Integrationsrat ist“, betonte Türkeli-Dehnert. Seit 2015/2016 habe man die Strukturen geschaffen, die Nordrhein-Westfalen heute die Aufnahme der Flüchtlinge erleichtern

Vielfalt spielt eine große Rolle

Unternehmen hätten schon länger erkannt, dass Vielfalt eine große Rolle spiele. „Ich war im Bundeskanzleramt, als ich dort anfing, die erste Person mit türkischer Familiengeschichte im höheren Dienst“, berichtete die Staatssekretärin. Sie habe sich – dann als Beamtin – viel stärker mit Deutschland identifiziert. Nordrhein-Westfalen sei heute durch Vielfalt und einen integrationspolitischen Konsens geprägt. Sie wies im Weiteren auf das neue Teilhabe- und Integrationsgesetz hin. „Mit der Reform des Teilhabe- und Integrationsgesetz haben wir das bundesweit modernste Integrationsrecht beschlossen und die Finanzierung dauerhaft gesichert.

Wir stellen 130 Millionen Euro für die Integrationsstrukturen zur Verfügung, das allen Akteuren mehr Planungssicherheit für diese wichtige Integrationsarbeit garantiert“, so Türkeli-Dehnert.

Abschließend fordert sie die Anwesenden auf, immer wieder gemeinsam ins Gespräch zu kommen und versprach, „ich nehme das mit, was Sie mir heute auf die Fahne schreiben“.

Bekenntnisschulen, Beteiligung, Interkulturelle Öffnung, kultursensible Pflege

In der anschließenden Diskussion stellten Juan Lopez Casanava, Memet Cinar und Abdulkadir Kis vom Vorstand des Integrationsrats ganz offen Fragen, die von Türkeli-Dehnert auch offen beantwortet wurden. Dabei betonte sie, dass Integration eine Querschnittsaufgabe sei und egal, welches Thema in der Kommunalpolitik erörtert würde, der Bereich Integration immer mit angesprochen werden müsse. Das Thema „Bekenntnisschule“ nehme sie mit nach Düsseldorf, versprach die Staatssekretärin.

Weiterhin sei der Bereich „Kultursensible Pflege“ ein großes Thema. „Vor 20 Jahren war da wenig Bedarf, das sieht heute völlig anders aus. Es gibt in dem Bereich viele offene Fragen und die Gesellschaft muss sich Gedanken machen. Als Landesregierung haben wir drei Millionen Euro jährlich für die kultursensible Altenhilfe und Altenpflege in den Jahren 2020 bis 2022 bereitgestellt.“, sagt Türkeli-Dehnert. Zum Thema Beteiligung wünschte sie sich, dass die Menschen mit internationaler Familiengeschichte in den Parteien, Ausschüssen, Parlamenten vermehrt vertreten sein sollten. „Ich bin der Meinung, dass alle in die Parteien gehen und sich engagieren sollten“, so Türkeli-Dehnert. 

Interkulturelle Öffnung der Verwaltungen

Das Thema „Interkulturelle Öffnung der Verwaltungen“ ist eine Herzensangelegenheit der Staatssekretärin. „Ich habe die erste Beschäftigtenbefragung in der Bundesverwaltung zu dem Thema begleitet“, berichtete sie aus ihrer Zeit in Berlin. Vor dem Hintergrund, dass in 14, 15 Jahren die Hälfte der Beschäftigten in den Verwaltungen in den Ruhestand gehe, müssten wir mehr für die Verwaltungen als guter Arbeitgeber für alle werben.  „Die besten müssen zu uns und da kommt es ganz alleine auf Leistung, Eignung und Befähigung an. Wir als Verwaltung sind ein hochattraktiver Arbeitgeber für alle Menschen“ ergänzte auch Bürgermeister Thomas Kerkhoff.

Zum Abschluss gab es bei einem kleinen Imbiss noch die Gelegenheit, sich weiter auszutauschen, davon machten die 25 Gäste dann auch noch reichlich Gebrauch.

„Ich habe mich als Vorsitzender des Integrationsrates sehr gefreut, dass wir heute in dieser Form mit der Integrationsstaatssekretärin diskutieren durften. Im Gespräch bleiben ist das A + O der Integration“, zog Juan Lopez Casanava ein mehr als positives Resümee der Veranstaltung.

Quelle: Stadt Bocholt

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