Umfrage: Unternehmen mit Wirtschaftsstandort Bocholt sehr zufrieden

Umfrage: Unternehmen mit Wirtschaftsstandort Bocholt sehr zufrieden
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Die Befragung der Unternehmen in der Stadt Bocholt zeigt weiterhin eine hohe Zufriedenheit mit dem Wirtschaftsstandort. Mit zahlreichen interessanten Erkenntnissen liegt nun die detaillierte Auswertung zur Bocholter Unternehmensbefragung 2019 vor. Die On-line-Befragung der Wirtschaftsförderung Bocholt, die Ende Juni durchgeführt wurde, richtete sich an rund 1.300 Bocholter Unternehmen. Nun wurde der Rücklauf von 199 Fragebögen ausgewertet. Dies entspricht einer Rücklaufquote von guten 15%. Zum Vergleich: die letzte Unternehmensbefragung wurde 2014 durchgeführt, seinerzeit lag die Rücklauf-quote bei 12%.

Ziel der Befragung ist es, ein möglichst genaues Bild über den Wirtschaftsstandort Bocholt sowie über die Zufriedenheit und Bedürfnisse der Wirtschaftsbetriebe vor Ort zu erhalten. Um jene zu unterstützen und als Ansprechpartner zu agieren, benötigt die Wirtschaftsförderung Informationen über die Interessen und Ideen der Unternehmen.

Positiv äußerten sich 71,1% der befragten Unternehmen, die den Wirtschaftsstandort Bocholt mit „gut“ oder „sehr gut“ bewerteten. 2014 lag dieser Wert mit 78,5% leicht höher. Nur 1% vergaben zum Zeitpunkt der Befragung die Kategorie „sehr schlecht“. Etwa ein Drittel der Unternehmen gaben an, dass sie mit der Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften eher nicht zufrieden seien. Dieses Ergebnis überrascht nicht, denn in vielen Unternehmensgesprächen erfährt die Wirtschaftsförderung, dass der Fachkräftemangel auch in Bocholt angekommen ist. Circa zwei Drittel der Unternehmen plant in den nächsten zwölf Monaten personelle Neueinstellungen durchzuführen (16% mehr als im Jahre 2014). Um Fachkräfte in unserer Region zu binden, richtet die Wirtschaftsförderung Bocholt auch in diesem Jahr zusammen mit Kooperationspartnern den ‚Techniktag‘ (21.09.2019) am Berufskolleg Bocholt West und die ‚Matchingmesse‘ (10.10.2019) an der Westfälischen Hochschule Campus Bocholt aus. Darüber hinaus engagiert sich die Wirtschaftsförderung unter anderem auch bei Hochschulinformationstagen, MINT-Veranstaltungen und der JUNGEN UNI in Bocholt.

Auch mit der Geschäftssituation im Juni 2019 zeigten sich viele Unternehmen zufrieden. 63% der befragten Unternehmen vergaben hierfür ein „sehr gut“ oder „gut“, womit im Vergleich zu 2014 der Wert um 6% leicht gestiegen ist. Jedoch zeigt sich im Ausblick über die zukünftige Geschäftssituation eine eher pessimistische Erwartungshaltung in den Bocholter Unternehmen. So sind es derzeit noch etwa 20% der Befragten, die ihre Situation mit „sehr gut“ einschätzen, wohingegen sich dieser Wert laut Umfrage für die Zukunftsperspektiven auf 10% halbieren wird. Die mit Abstand größten Entwicklungs-chancen sehen die Unternehmen bei Ihren Auslandsaktivitäten. Im Rahmen der EU er-wirtschaftet bereits mehr als jedes zweite Unternehmen Umsatzanteile, gefolgt von den USA, und China. So setzt sich der anhaltende Trend zur Internationalisierung und Globalisierung weiter fort. Vor allem die Nähe zum Kunden und die Erschließung neuer Ab-satzmärkte stehen im Vordergrund.

Dass freie Flächen nicht nur für externe Neuansiedlungen relevant sind, zeigen die Ergebnisse in der Abfrage der zukünftigen Flächenbedarfe. 46% der antwortenden heimi-schen Unternehmen gaben an, dass sie in den nächsten drei Jahren Standorterweiterungen anstreben. Hier sind die Unternehmen verhaltener als im Jahr 2014. Ein ganz kon-kreter Flächenbedarf liegt bei knapp einem Drittel vor. Das Preisniveau für unbebaute Gewerbeflächen erscheint dem Großteil der Unternehmen zufriedenstellend (57%). Kritisch beurteilen das Preisniveau hingegen 42% der befragten Unternehmen.

Themenbereiche, die in Zukunft weiterhin eine hohe Aufmerksamkeit erfordern, sind neben der verkehrlichen Infrastruktur der stetige Ausbau der Breitbandversorgung sowie eine hohe Netzabdeckung der lokalen Mobilfunkbetreiber zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit des Standortes. Mit beiden Themenbereichen befassen sich das Zukunftsbüro der Stadt Bocholt, die Bocholter Energie und Wasserversorgung GmbH, die Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Borken und die Wirtschaftsförderung Bocholt stetig.

Zur Verkehrsanbindung per Straße äußern sich die Unternehmen größtenteils zufrieden. In Bezug auf die Schienenanbindung und die Nähe zum Flughafen gibt es signifikant hohe unzufriedene Stellungnahmen. Das ist einerseits der geografischen Grenzlage Bocholts geschuldet, andererseits verzögert sich die Elektrifizierung der Bahnstrecke Bocholt-Wesel im Hinblick auf öffentlichem Personennahverkehr viel zu lange. Auch hin-sichtlich des Industriestammgleises im Industriepark gibt es keine klare Entwicklung – aber eben auch kaum Bedarfe aus Industrie und Logistik.

Etwa 75% der befragten Unternehmen gaben an, bereits Kontakt mit Wirtschaftsförderung oder Stadtmarketing gehabt zu haben. Dabei äußerten rund 95% ihre Zufriedenheit über die Dienstleistungen. Wichtige Aktivitäten seien nach Einschätzung der Unternehmen zukünftig vor allem die Fachkräftesicherung, der Ausbau der allgemeinen Infrastruktur, sowie Imagewerbung für den Standort. Standortmarketing Hinweise auf eine Verbesserung der „Flexibilität zur Lösung von Problemen“ oder die „Bearbeitungsdauer eines Anliegens“ nimmt die Wirtschaftsförderung sehr ernst und arbeitet an der eigenen Qualitätssicherung und Weiterentwicklung.

Digitalisierung – allgegenwärtig

Auch das Thema Digitalisierung begleitet die Unternehmen im Tagesgeschäft, wie die Unternehmensbefragung zeigt. Mehr als 70% der befragten Unternehmen sehen diesen Wandel als Chance für ihren Betrieb und unterstützen diese Entwicklung. Hier setzt die Wirtschaftsförderung bereits aktuell mit dem Kooperationsprojekt „Digi-up! #Netzwerk.DigitaleProduktion“, getragen von der Westfälischen Hochschule, der Wirtschaftsförderung für den Kreis Borken und der Wirtschaftsförderung Bocholt an, um produzierende Unter-nehmen in Bocholt und auch kreisweit in diesem Thema zu unterstützen. Schon seit 3 Jahren ist die Wirtschaftsförderung zudem mit der Unternehmensverbandsgruppe und der Westfälischen Hochschule mit dem Forum Industrie 4.0 ‚Von der Vision in die Praxis‘ aktiv.

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