Dezember 8, 2022

Unternehmen erleben extrem angespannte Wirtschaftslage

Unternehmen erleben extrem angespannte Wirtschaftslage

Die angespannte Wirtschaftslage macht den Unternehmen der NRW-Metall- und Elektroindustrie schwer zu schaffen. Trotz zum Teil noch gut gefüllter Auftragsbücher sehen sich immer mehr Betriebe angesichts unterbrochener Lieferketten, exorbitanter Preissteigerungen und eingeschränkter Produktionsabläufe wirtschaftlich gefährdet. „Unseren Unternehmen nutzen Bestellungen gar nichts, wenn Rohstoffe, Materialien und Vorprodukte verspätet, in viel geringerem Umfang, dazu zu exorbitant gestiegenen Preisen oder schlimmstenfalls erst gar nicht auf dem Hof ankommen“, sagt Martin Jonetzko, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbandsgruppe in Duisburg.

Auch in der Region Rhein-Ruhr – von Duisburg, Mülheim an der Ruhr, Oberhausen bis hoch nach Emmerich und Bocholt – seien diese Auswirkungen spürbar: „Die Unternehmen leiden vor allem unter den massiv gestiegenen Preisen für Energie, Rohstoffe und Vorprodukte“, so Jonetzko. „Insbesondere der Mittelstand ist am Anschlag.“ Vor diesem Hintergrund kritisierte er die Forderung der IG Metall nach 8 Prozent Einkommensverbesserung in der anstehenden Tarifrunde „als absolut wirklichkeitsfremd“. Eine auch nur annähernde Umsetzung dieser Forderung würde viele Betriebe überfordern und zahlreiche Arbeitsplätze im bedeutendsten Industriezweig des Landes aufs Spiel setzen

Alle M+E-Branchen lägen immer noch zum Teil deutlich unter dem Vorkrisenniveau, eine Besserung sei angesichts der politischen und wirtschaftlichen Lage in der Welt nicht zu erwarten. Die wirtschaftlichen Aussichten auf die nächsten Monate blieben hochgradig ungewiss. Die Erwartungen der M+E-Industrie seien deutlich negativ: „Viele Wirtschaftsinstitute revidieren ihre Prognosen nach unten, die explodierenden Energie- und Rohstoffkosten bringen laut aktueller BDI-Umfrage jedes dritte Unternehmen in Existenznot“, so Jonetzko. Hinzu kommt: Die M+E-Industrie befindet sich weltweit unter erheblichem Wettbewerbsdruck. Viele Konkurrenten aus Nordamerika und Asien haben deutlich geringere Energiekosten. Teilweise seien Politik und Gewerkschaften sich des Ernsts der Lage in den Betrieben nicht bewusst: „Wir stehen in der Tat an einem Kipppunkt zur Rezession.“

Die massive Verteuerung von Energie spricht für sich: „Allein im Juli zogen die Preise im Vorjahresvergleich um mehr als 140 Prozent an – Tendenz rasant steigend“, sagt Jonetzko. Die Unternehmen benötigten jetzt dringend wirksame Entlastungen. Die bislang bekannten Entlastungspakete der Bundesregierung blieben bei den unternehmensbezogenen Maßnahmen zu vage und unkonkret. Insbesondere fehlten klare Aussagen dazu, wie das Stromangebot vergrößert und die exorbitanten Energiepreiserhöhungen abgefedert werden können. Diese seien entscheidend dafür, ob eine Produktion wirtschaftlich überhaupt noch möglich sei. „Es geht um die Zukunft der Industriearbeitsplätze in unserem Land und damit auch in unserer Region“, so Jonetzko.

Ansprechpartner

Quelle: Unternehmerverbandsgruppe

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