Verkehrsunfallstatistik 2023: Erstmals mehr Verunglückte mit Pedelec als mit Fahrrad



Die Zahl der bei Verkehrsunfällen verletzten Pedelecfahrenden lag im vergangenen Jahr im Kreis Borken erstmals über der der verletzten Radfahrenden. So lautete eines der Ergebnisse, die die Kreispolizeibehörde Borken mit der Verkehrsunfallstatistik 2023 jetzt öffentlich vorgelegt hat.

Im Rahmen einer Pressekonferenz erläuterte am Montag Landrat Dr. Kai Zwicker als Leiter der Behörde gemeinsam mit dem Abteilungsleiter Polizei, Leitender Polizeidirektor Bernd Loeffler, und dem Leiter der Direktion Verkehr, Polizeioberrat Frank Schulz, das Zahlenwerk. Dass hinter den vielen Daten und Fakten menschliche Schicksale stehen, veranschaulichte zum Einstieg ein Video des Landesinnenministeriums: In bewegenden Worten schilderten darin Angehörige von Beteiligten an tödlichen Verkehrsunfällen, welche einschneidenden Folgen ein solches tragisches Ereignis mit sich bringt.

Beim Blick auf das Jahr 2023 zeigte sich, dass es trotz eines leicht gestiegenen Aufkommens an Verkehrsunfällen einen gegenläufigen, positiven Trend gibt – die Gesamtzahl der von schweren und schwersten Unfallfolgen betroffenen Beteiligten sinkt. Eine weitere Erkenntnis: Nach wie vor spielen Rad und Pedelec eine derart große Rolle in der individuellen Mobilität im Kreis Borken, dass diese Gruppe auch den größten Anteil an den bei Verkehrsunfällen verunglückten Menschen insgesamt stellt. Dabei liegt das Pedelec erstmals vor dem Fahrrad in der Zahl der Unfallbeteiligten.

Ein weiteres „Dauerthema“ bilden nach wie vor die Verkehrsunfallfluchten. Ihre Zahl ist im vergangenen Jahr im Kreis Borken weiter gestiegen. Landrat Dr. Kai Zwicker unterstrich: „Verkehrsunfallflucht ist keine Bagatelle, es ist eine Straftat.“

Viele Ansätze sieht die Kreispolizeibehörde Borken in der Präventionsarbeit. Frank Schulz machte dies als Leiter der Direktion Verkehr deutlich: „Wir erreichen dabei viele Gruppen der Bevölkerung mit unseren unterschiedlichen Maßnahmen.“ Dazu zählen Trainings und Schulungen ebenso wie Öffentlichkeitsarbeit etwa für sichtbare Kleidung oder das Tragen von Helmen. Letzteres zeigte Polizeihauptkommissarin Heike Kormann auch ganz praktisch: Die Leiterin des Teams Verkehrsunfallprävention und Opferschutz hatte eine Helmsimulator mitgebracht – und lud zum Schlag mit einem Hammer ein: Damit lässt sich fühlbar nachvollziehen, wie schnell schwere Kopfverletzungen schon bei relativ geringen Geschwindigkeiten entstehen können. (to)

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