Verlängerung von Öffnungszeiten in der Außengastronomie nicht für alle – AfD spricht von „Ungleichbehandlung“

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Die geplante Ausweitung der Öffnungszeiten in Außengastronomie des Bocholter Ravardiviertels sorgt für Diskussionen. Während einige Wirte vdavon profitieren würden, sehen sich andere Gastronomen benachteiligt. Nun hat die AfD-Fraktion einen Antrag gestellt, die Regelung auf weitere Betriebe am Europaplatz auszuweiten.
Nach den bisherigen Planungen der Stadt Bocholt soll die Außengastronomie an Wochenenden testweise eine Stunde länger geöffnet bleiben dürfen – statt bis Mitternacht künftig bis 1 Uhr morgens. Von dieser Regelung würden nach aktuellem Stand jedoch vor allem die Betriebe entlang der traditionellen Kneipenmeile im Ravardiviertel profitieren. Dazu zählen unter anderem die Gastronomien zwischen „Herzblut“ und „Streetlife“. Nicht berücksichtigt werden sollen dagegen nach den bisherigen Beratungen das „Freudenhaus“ sowie der neue Biergarten der Gaststätte „Dat Bokeltse Hus“ am Europaplatz. Dort stößt die geplante Begrenzung auf Unverständnis.
Die Stadt begründet die unterschiedliche Behandlung mit der besonderen Stellung des Ravardiviertels. Der Bereich werde seit Jahren als historisch gewachsene und etablierte Kneipenmeile betrachtet und sei ein wichtiger Bestandteil der Stadtentwicklungsstrategie. Insbesondere für den Tourismus und Tagesgäste solle dieser Bereich weiter gestärkt werden. Während andere gastronomische Betriebe über die Innenstadt verteilt seien, zeichne sich das Ravardiviertel durch eine hohe Dichte an Ausschankbetrieben auf engem Raum aus. Diese Struktur sei in Bocholt einzigartig und über die Stadtgrenzen hinaus bekannt.
Für die längeren Öffnungszeiten hatten sich die dort ansässigen Wirte seit Jahren eingesetzt. „Wir haben immer wieder das Gespräch mit Immobilieneigentümern und Anwohnern gesucht und für die Idee geworben“, berichtet Fasskeller-Wirt Sven Lensing. Teilweise seien dabei sogar schriftliche Einverständniserklärungen eingeholt worden. Am Europaplatz jedoch war das augenscheinlich nicht bekannt. „Ich wusste nichts davon“, sagt der neue Betreiber von „Dat Bokeltse Hus“, Mario Kube. Die geplante Regelung empfindet er als „sehr unfair“.
Jetzt hat sich die AfD-Fraktion im Rat in die Debatte eingeschaltet. Für die kommende Ratssitzung hat sie einen Änderungsantrag eingebracht. Ziel ist es, die Versuchsregelung auch auf das „Freudenhaus“ und den Biergarten von „Dat Bokeltse Hus“ auszuweiten. Die Fraktion argumentiert, dass eine Ungleichbehandlung gastronomischer Betriebe innerhalb der Innenstadt nicht nachvollziehbar sei.
Ob die Öffnungszeiten tatsächlich verlängert werden und welche Betriebe letztlich von dem Versuch profitieren, wird nun die politische Beratung in den kommenden Wochen zeigen. Die Diskussion verdeutlicht bereits jetzt, wie unterschiedlich die Interessen von Stadtentwicklung, Anwohnerschutz und Gastronomie bewertet werden.
