Vorstand des Integrationsrates kritisiert CDU-Ratsmitglied Behrendt



 

Mit seiner unlängst im Rat gemachten Aussage „Wer nach Bocholt kommt und kein Deutsch kann, der sollte es lernen“ hat CDU-Vizefraktionschef Lukas Behrendt viel Kritik einstecken müssen. Insbesondere Juan Lopez Casanava, Vorsitzender des Bocholter Integrationsrates, und sein Stellvertreter Abdulkadir Kis waren alles andere als begeistert über diese Aussage zum Thema ,,mehrsprachige Info-Broschüren“. Kis hatte zwischenzeitlich sogar eine Distanzierung der CDU gefordert.

Mittlerweile haben die Beteiligten jedoch miteinander gesprochen. In einer Stellungnahme gegenüber Made in Bocholt schreibt Lopez Casanava:

,,In den letzten Tagen war sehr viel los zum Thema Integration. Wir haben uns gestern im Termin mit Herrn Behrendt und Herrn Kwiatkowski, in einem Telefonat mit unserem Bürgermeister Herrn Kerkhoff, sowie in einem Telefonat mit Martin Schmidt (Fraktionsvorsitzender der SPD) zum Thema ausgetauscht. Uns hat hierbei besonders verwundert, dass diese Diskussion im Ausschuss entstanden ist. Für den IR-Vorstand bleibt festzustellen, dass sich alle Beteiligten hier besser hätten verhalten können und so keiner der Sache dient. Wir möchten hier noch einmal klarstellen, dass weder Beherrschen der deutschen Sprache, noch Broschüren in Muttersprache die Integration garantieren oder sicherstellen. Wir vermissen hier ganz eindeutig die inhaltliche Debatte, wie man den einzelnen Menschen helfen kann. Trotzdem können wir die Aussage in keiner Weise von einem Stadtverordneten gutheißen. Wir als Integrationsrat möchten keine weitere Polemik zu dem Thema betreiben. Bocholt ist und bleibt vielfältig und das ist auch gut so. Zudem hat Bocholt, unser aller Zuhause, das auch nicht nötig oder verdient. Wir als Integrationsrat sollten Brückenbauer sein. Deswegen laden wir gerne alle, die sich mit dem Thema Integration inhaltlich beschäftigen wollen, zu einer offenen Diskussion ein, die der Sache dienlich sein wird. Am Ende kann man sagen, dass durch die ganze Diskussion die Wichtigkeit der Institution des Integrationsrates jetzt allen bewusster geworden ist.“

Für die kommende Sitzung des Integrationsrates habe die Bocholter Liste schon eine Anfrage gestellt, wie Abdulkadir Kis dem BBV kürzlich berichtete. Bisher sei die Internetseite der Stadt Bocholt auch mehrsprachig aufgebaut. Dafür habe man sich im Integrationsrat bei der Neugestaltung der Internetseite eingesetzt.

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