VRR-Netzplanung für 2040 sieht Rhede bereits als Endstation des „Bocholters“ vor



Von BERTHOLD BLESENKEMPER

Während vor Ort noch darüber gestritten wird, ob die alte Bahnlinie zwischen Bocholt und Rhede als Zugstrecke reaktiviert oder doch neu als Radschnellweg ausgebaut werden soll, hat sich der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr augenscheinlich schon entschieden. In seiner Broschüre Zielnetz 2040 weist der VRR Rhede als eine der Endstationen für die Linie RE 19 von und nach Düsseldorf aus. Zuvor hatte auch das Land NRW eine Reaktivierung in ihr Zielkonzept aufgenommen.

Womöglich greift der Verkehrsverbund Rhein Ruhr dem Ergebnis einer Machbarkeitsstudie vor, die der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe für das zweite Quartal diesen Jahres angekündigt hat. In der wird die Bahnstrecke von Bocholt nach Rhede, die vor Jahren noch knapp unter der für eine Reaktivierung notwendigen Wirtschaftlichkeitshürde von 1,0 lag, unter Hinzunahme von bislang vernachlässigten ökologischen Faktoren neu bewertet. Die Westmünsterlandbahn GmbH in Bocholt geht aus, dass die derzeit brachliegende Strecke dann den Faktor 1,2 oder 1,5 erreicht und eine Reaktivierung mit bis zu 90 Prozent gefördert wird.

Besagte Wirtschaftlichkeitshürde ist laut einer Studie der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) und des International Maglev Board das größte Hindernis bei der Reaktivierung von Bahnstrecken. 115 Projekte in ganz Deutschland hatten sich an der Untersuchung beteiligt. Bislang hat nur ein Zehntel der Initiativen erfolgreich eine Strecke wiederbeleben können.

  1. Ä-hm, ich habe mir die hier verlinkte Broschüre jetzt sehr gründlich durchgelesen. Da kommt das Wort Rhede überhaupt nicht drin vor und auch im Plan steht Bocholt als Endpunkt. Dafür soll nun auch die RE 5 (dann RRX 5) bereits in Düsseldorf enden, während der Ast in Richtung Koblenz dann vom RRX 6 übernommen wird. Der einzige Unterschied, zwischen RRX 5 und RE19 wird dann sein, dass die RE19 bis nach Arnhem durchfährt, während der RRX5 bereits in Emmerich Schluss macht, vermutlich weil die dort eingesetzten Züge nicht Mehrsystemfähig sind. Denn um nach Anrhem durchzufahren, muss man entwedeer Dieseln, einen Akku zwischen Emmerich und Arnhem nutzen oder aber zweimal das Stromsystem wechseln, denn zwischen dem Grenzbahnhof Emmerich und dem Anschluss der neuen Betuwe-Linie in den Niederlanden ist die Strecke mit 25 KV/50 Hz elektrifiziert. Nach dem Abzweig geht es dann, Richtung Arnhem Bahnhof, mit den in den Niederlanden üblichen 1,5 KV Gleichstrom weiter. Das macht den Personenverkehr auf dieser Strecke etwas tricky und teuer wegen der dafür notwendigen Mehrsystemfähigkeit.

    Alles andere würde mich auch wundern, gilt doch der Rheder Hendrik Wüst, derzeit unser MP von NRW, voll hinter dem Projekt RS2. Da wäre die Wiederinbetriebnahme der Eisenbahn eher kontraproduktiv, denn auf einer befahrenen Eisenbahnstrecke lässt sich kein Radschnellweg mehr bauen. Das den auch niemand braucht, steht auf einem ganz anderen Blatt.

    Ich bin sehr für die Wiedereröffnung sogar für die Gesamtstrecke bis nach Coesfeld.
    Doch man muss dafür keine Enten verbreiten, die sind in der Sache nur völlig kontraproduktiv und streut den Leuten hier Sand in die Augen. Das Bahnprojekt ist nämlich noch längst nicht in trockenen Tüchern und wird es auch nur dann irgendwann sein, wenn sich die Einwohner in den Anliegergemeinden der Strecke dafür extrem einsetzen und engagieren.

      • Pierre Ofzareck says:

        Danke für den Hinweis. da steht tatsächlich RE 19 Arnheim – Emmerich/Rhede – Bocholt – Wesel…
        Das ist aber auch der Einzige Hinweis darauf. Die verlängerung der RE19, über Bocholt hinaus, findet im begleitenden Text überhaupt keine Erwähnung. Das wirft dann die Frage auf, in wie fern die Landesregierung das wirklich verfolgt, oder nur die Gemüter besänftigen will.

        Gleiches gilt für die in Ihrem Kommentar verlinkten Zielkonzeption des Landes NRW. Auch hier keinerlei Erwähnung im begleitenden Text, dafür aber gleich die Gesamtstrecke Bocholt – Rhede Coesfeld – Münster, im Plan eingezeichnet. Doch Obacht: Mit einer in rot gedruckten Fußnote:
        „Bocholt – Borken – Coesfeld und Winterswijk – Borken:
        aktueller Planungsstand, Konkretisierung nach vertiefenden Untersuchungen.“

        Da ist also noch nichts davon in Stein gemeißelt und wie gesagt begrüße ich jede Wiedereröffnung einer stillgelegten Eisenbahnstrecke, denn ohne die Bahn kann die Verkehrswende nicht funktionieren. Den RS2 braucht hingegen niemand, weil es bereits parallel dazu genügend Radwege gibt.

        Doch die „Ente“ nehme ich hiermit zurück, möchte aber darauf verweisen, dass es ohne massive Unterstützung von seiten der Anwohner für das Eisenbahnprojekt vermutlich nie Realität werden wird.

        Dranbleiben also und ja, da müssen wir nicht ruhen, bevor die Bauarbeiter und die Bagger da sind und neue Gleise verlegen.

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