Januar 29, 2022

Was Fachkräfte zukünftig können müssen – Umfrage-Ergebnisse fließen direkt in IHK-Lehrgänge ein

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Münsterland/Emscher-Lippe-Region. – Die Veränderungsbereitschaft und -fähigkeit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gilt als wichtigste grundlegende Voraussetzung für Unternehmen, um die Digitalisierung zu meistern. Das ist eines der Ergebnisse einer Umfrage der Handelshochschule Leipzig (HHL), die dem Beirat des IHK-Projekts „Zertifikatsergänzte Exzellenzabschlüsse“ (Zert-Ex) jetzt in Münster präsentiert wurden.
Während 44 Prozent der Befragten die Veränderungsbereitschaft als die zentrale Grundkompetenz bewerteten, sehen 28 Prozent die Kommunikationskompetenz als entscheidend an. Bei den konkreten Kompetenzen fiel das Ergebnis noch eindeutiger aus: Für 74 Prozent der Befragten kommt es für den Erfolg der Unternehmen zukünftig vor allem darauf an, ob die Mitarbeitenden kritisch denken und in komplexen Situationen Entscheidungen treffen können.
Die Umfrage lieferte weitere Erkenntnisse für das Projekt „Zert-Ex“ der IHK Nord Westfalen. Das Projekt war 2020 beim Wettbewerb „Zukunft gestalten – Innovationen für eine exzellente berufliche Bildung (InnoVET)“ zur Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung ausgewählt worden.
Dass rund 50 Prozent der befragten Unternehmen eine Bedrohung darin sehen, wenn sich „zukünftig benötigte Qualifikationen schneller als in der Vergangenheit verändern”, war für den Leiter des IHK-Geschäftsbereichs Bildung und Fachkräftesicherung, Carsten Taudt, ein Beleg für die Bedeutung des Projekts: „Das zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, Wege zu finden und festzulegen, wie die Weiterbildungsangebote beständig angepasst und den Fachkräften die notwendigen Fähigkeiten aktuell vermittelt werden können.” Denn genau das ist das Ziel des Projekts, in dem die IHK Nord Westfalen zusammen mit ihren Projektpartnern grundlegend prüft, wie die Inhalte der höheren Berufsbildung im Zusammenspiel mit Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden schneller aktualisiert werden können. Umso mehr freute Taudt sich, dass die neue Bundesregierung im Koalitionsvertrag angekündigt hat, eine „Exzellenzinitiative Berufliche Bildung“ auf den Weg zu bringen und den Wettbewerb InnoVET auszubauen.
Dr. Maximilian Schreiter von der Handelshochschule Leipzig betonte, die Umfrage zu den Anforderungen der Unternehmen werde regelmäßig wiederholt, „um so die Inhalte der Zert-Ex-Lehrgänge in Echtzeit und systematisch anzupassen.“
Projektbeiratsmitglied Volker Nicolai-Koß, Regionsvorsitzender des DGB Münsterland, freute sich über den erfolgreichen Start der Zert-Ex-Lehrgänge: „Arbeitnehmer wie Arbeitgeber können den digitalen Wandel erfolgreich mitgestalten, wenn sie das Rüstzeug dafür erhalten.“ Besonders begrüßte er, dass „beim Zert-Ex-Ansatz bestehende Bildungsangebote mit echten Zukunftskompetenzen wie zum Beispiel kollaborativem Arbeiten verzahnt werden“. Nicolai-Koß und Michael Grütering, Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeberverbände Emscher-Lippe, vertreten im Zert-Ex-Beirat die paritätischen Partner, die bei der Neugestaltung von Fortbildungsabschlüssen eine wichtige Rolle einnehmen.
Im Oktober war mit 38 Teilnehmenden aus Industriemeister- und Wirtschaftsfachwirt-Lehrgängen die Praxisphase von „Zert-Ex“ gestartet. Die Teilnehmenden erwerben in 80 zusätzlichen Unterrichtsstunden die Kompetenz, die Digitalisierung in ihren Betrieben voranzutreiben.
Das IHK-Projekt „Zertifikatsergänzte Exzellenzabschlüsse“ (Zert-Ex) wurde bei dem Wettbewerb „Zukunft gestalten – Innovationen für eine exzellente berufliche Bildung (InnoVET)“ als eines von nur 17 Projekten aus bundesweit 176 Anträgen ausgewählt. Es wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.
Bei dem Projekt arbeitet die IHK Nord Westfalen mit der Westfälischen Hochschule, der Handelshochschule Leipzig und der DIHK-Bildungs-gGmbH zusammen. Übergeordnetes bildungspolitisches Ziel des Projektes ist es, am Beispiel der Integration von digitalen Kompetenzen einen grundlegenden Weg aufzuzeigen, wie die Inhalte der höheren Berufsbildung im Zusammenspiel mit Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden schneller aktualisiert und angepasst werden können.

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