Wind-Geschäft in der Flaute – Flender muss reagieren



Erneuerbare Energien sind in aller Munde. Ausgerechnet das Windgetriebe-Geschäft aber steckt momentan in der Flaute. Das spürt besonders Flender. Inzwischen muss die Geschäftsleitung mit dem Betriebsrat gar über einen Maßnahmenkatalog diskutieren, der das Unternehmen finanziell entlastet. Nach Informationen unserer Onlinezeitung sollen Entlassungen dabei möglichst vermieden werden. Denn wenn der lang erwartete Aufschwung doch noch kommt, wird jede Fachkraft gebraucht. Entsprechend zurückhaltend reagiert  das Unternehmen auf Medienanfragen. „Zum jetzigen Zeitpunkt kommentieren wir das nicht“, erklärte Sprecher Tobias van der Linde gegenüber Made in Bocholt.

Groß waren die Hoffnungen der Bocholter, als im vergangenen Sommer der Vizekanzler und Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, Dr. Robert Habeck (Die Grünen), zunächst den Flender-Produktionsstandort in Penig und kurz darauf  die Montage in Voerde-Friedrichsfeld besuchte. Im September folgte ihm dorthin auch NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU, Foto). Vom dabei verteilten Lob der beiden deutschen Spitzenpolitiker kann sich der Antriebsspezialist allerdings nichts kaufen.

Seit Monaten hinken die Umsatzzahlen im Windbereich hinter den Planungen her. Das kann durch das Industriegeschäft als zweite Säule des Bocholter Unternehmens offenbar nicht ausreichend kompensiert werden. Geschäftsführung und Betriebsrat suchen nach Informationen unserer Redaktion nach Lösungen. Dazu könnten die Reduzierung von Überstunden, die Einführung von Kurzarbeit, die Optimierung von Prozessen zur Kosteneinsparung oder die Verhandlung von flexibleren Arbeitszeitmodellen gehören.

Über Flender:  Das Unternehmen mit seinem Hauptsitz in Bocholt ist seit 120 Jahren ein führender internationaler Hersteller von mechanischen und elektrischen Antriebssystemen. Es  bietet ein breites Spektrum an Getrieben, Kupplungen, Generatoren und dazugehörige Services an. Im Fokus stehen ´ Schlüsselindustrien wie der Windenergie, Zement, Rohstoffverarbeitung, Öl und Gas, Energieerzeugung, Wasser und Abwasser, Marine, Krane sowie Fördertechnik. Weltweit beschäftigt Flender rund 9.000 Mitarbeiter.

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