Zukunftstechnologien und technische Berufe im Fokus



Zukunftstechnologien und technische Berufe im Fokus

Was ein Industriemechaniker und ein Produktdesigner machen, hat der 17-jährige Mats Coenen, derzeit in der Q1 auf dem Marien-Gymnasium, bereits während zweier Praktika ausprobieren dürfen. „Um das Studienfach Maschinenbau kennenzulernen und herauszufinden, ob ein Beruf in diesem Bereich zu mir passt, habe ich mich für das #dop4u beworben“, berichtet der Bocholter. Die Abkürzung steht für „Duales Orientierungspraktikum Technik im Kreis Borken“, an dem derzeit 16 Schülerinnen und Schüler der Q1 teilnehmen. Mats und ein weiterer Schüler vom Kapu hat der Weg zum Bocholter Unternehmen Spaleck Oberflächentechnik geführt, das sich auf die Optimierung von meistens metallischen Oberflächen spezialisiert hat.

Das #dopu findet seit 2011 zum nunmehr zwölften Mal statt, von Anfang an mit von der Partie ist die Spaleck Oberflächentechnik GmbH & Co. KG. Das Sondermaschinenbau-Unternehmen beschäftigt 110 Mitarbeitende, darunter elf Azubis in fünf Berufsbildern. „Wir sind stolz auf diese hohe Ausbildungsquote von zehn Prozent – und auf den jungen Altersdurchschnitt unserer Belegschaft von 37,5 Jahren“, sagt Geschäftsführer Alwin Keiten-Schmitz. Weitere Nachwuchskräfte, Facharbeiter, Ingenieure und Techniker, seien herzlich willkommen, deshalb sei ein Baustein im Recruiting auch das #dop4u, wie Personalleiter Lukas Arndt erläutert: „Wir wollen zeigen, wie spannend es bei unserem mittelständischen Unternehmen zugeht. Hinter unseren Hallentoren passiert das so genannte Gleitschleifen. Wir konzipieren individuelle Anlagen, in denen z. B. Münzen, Gold oder 3D-gedruckte Okularprothesen bearbeitet bzw. veredelt werden.“

Um einen Einblick in das Berufsleben zu geben und die aussichtsreichen Perspektiven eines Dualen Studiums vorzustellen, bot das Unternehmen den zwei Schülern ein ebenso vielfältiges wie individuelles Programm, wie Ausbilder und Meister Philipp Niemann erläuterte: „Die Praktikanten haben die verschiedenen Stationen in der Fertigung durchlaufen und durften auch mit anpacken: Sie fertigten Einzelteile z. B. mit Sägen, Fräsen und Drehen, sie lernten die Blechverarbeitung in der Schweißerei kennen und auch den Schaltschrankbau in der Elektrowerkstatt.“ Natürlich durfte auch ein Schulterblick in der Konstruktionsabteilung nicht fehlen, in der die Zeichnung in 3D am PC erstellt wird, sowie auch der in der Endmontage, wo die fertige Maschine dann zusammengebaut und verkabelt wird. Mats ist begeistert: „Um reinzukommen, habe ich Metall bearbeitet, also z. B. ein Mensch-ärgere-Dich-nicht-Spielfeld auf eine Platte angerissen, gekörnt und gebohrt. Schon am zweiten Tag habe ich in der Montage im normalen Ablauf mit anpacken dürfen, z. B. bei der Instandsetzung einer Maschine im Kundenauftrag. Das war klasse, die Atmosphäre ist super und die Kollegen sind sehr nett.“

Mit dieser konkreten Betriebspraxis schließt sich auch der Kreis zur ersten, studienpraktischen Woche des #dop4u, die traditionell in der Westfälischen Hochschule stattfindet. Mit Mikroskopieren, Flammenwerfer, Elektronik, Microcontroller und Wirtschaftsingenieurwesen stand die gesamte Breite an MINT-Studienfächern und -Berufen auf dem Programm. „Ziel des #dop4u ist, dass Jugendliche, die an Gymnasium, Gesamtschule oder Berufskolleg vor ihrer Berufswahl stehen, technische Berufe kennenlernen, echten Studien- und Arbeitsalltag erleben sowie wertvolle Kontakte für den Berufseinstieg knüpfen“, erläutert Jennifer Middelkamp von der Regionalgeschäftsführung des Unternehmerverbandes. Die 16 Schülerinnen und Schüler hätten besonders engagierten Einsatz für ihre Berufsorientierung gezeigt, indem sie eine Ferienwoche nicht auf der Couch, sondern auf dem Campus verbracht hätten. Für die nun laufende betriebspraktische Woche wurden sie von den Schulen freigestellt.

Zwölf Betriebe (s. Kasten) im gesamten Kreis Borken öffneten beim diesjährigen #dop4u ihre Tore für den Nachwuchs. In Bocholt waren dies neben Spaleck Oberflächentechnik die Firmen Benning, Flender, Lebbing, Olbrich, Pieron und TIS. Auf diese mittelständischen Unternehmen und die dort angebotenen Zukunftsberufe richtet das #dop4u den Blick der Jugendlichen, erläutert Martin Jonetzko, stellv. Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes: „Zukunftstechnologien, Automatisierung, Software und Robotik stehen in den hiesigen Firmen ebenso im Fokus wie Maschinen und Anlagen, die besonders ressourcenschonend und klimafreundlich sind. Dies alles zu entwickeln und zu produzieren – daran können Jugendliche hier mitarbeiten, wenn sie einen technischen Beruf ergreifen.“

Organisiert wird das #dop4u gemeinsam vom Unternehmerverband, dem Verband Münsterländischer Metallindustrieller, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Borken mbH sowie der Westfälischen Hochschule in Bocholt. Das Ziel: Junge Menschen für MINT-Fächer begeistern und ihnen die Vielfalt der technischen Berufe zeigen ebenso wie die spannenden Betriebe hier in der Region. Alle Infos zum #dop4u unter: www.dop4u.de 

Zwölf Betriebe machen beim #dop4u mit:

  • Benning, Bocholt
  • BETEBE, Vreden
  • Flender, Bocholt
  • GEA TDS, Ahaus
  • Haane, Borken-Weseke
  • Holtschlag, Borken-Weseke
  • Lebbing, Bocholt
  • Olbrich, Bocholt
  • Pfreundt, Südlohn
  • Pieron, Bocholt
  • Spaleck Oberflächentechnik, Bocholt
  • TIS, Bocholt

Ansprechpartner

Quelle: Unternehmerverbandsgruppe

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