Zum Tod von Hartmut Bielefeld

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Er war der Typ Erfolgsmensch – durch und durch. Stets fokussiert auf den Sieg. „Nie aufgeben“ so sein Motto. Und was ihn als Sportler auszeichnete, prägte auch sein Leben. Nur seinen allerletzten und wohl schwersten Kampf konnte Hartmut Bielefeld partout nicht gewinnen. Es hat es versucht. Diesmal aber behielt die Krankheit als unbezwingbarer Gegner die Oberhand. Hartmut Bielefeld wurde 78 Jahre alt. Mit ihm verliert Bocholt einen seiner ganz Großen.

Es war nicht immer leicht mit ihm. Aber so sind sie, die Menschen, die genau wissen was sie wollen. Hartmut Bielefeld war unzweifelhaft einer von ihnen. Das zeigte sich schon beim Aufbau seiner Firma Wolbo. Seit Verhandlungsgeschick machte sich oft und gerne auch die Textilindustrie zu Nutze. Hartmut Bielefeld saß in manchen Tarifkommissionen und lieferte sich dabei viele heiße Schlachten mit den Gewerkschaften. Er bleib hart aber stets fair.

Seine sportliche Karriere begann derweil deutlich früher. Schon als Jugendlicher feierte er seinen ersten Stadtmeistertitel im Tennis. Es folgten zahlreiche nationale und internationale Titel quer durch fast alle Altersklassen. Die größten und nachhaltigsten Erfolge aber feierte Hartmut Bielefeld als Trainer. Viermal wurde er mit den Tennis-Damen des TC Blau-Weiß Bocholt Deutscher Mannschaftsmeister.

Sein Erfolgsrezept: Hartnäckigkeit, Zuverlässigkeit, Überzeugungskraft. Hartmut Bielefeld hatte ein Näschen für Talente. So holte er unter anderem die Dänin Caroline Wozniacki wie auch die Belgierin Kim Clijsters als Spielerinnen an die Aa, als beide noch zweistellige Weltranglistenplätze belegten. Niemand ahnte damals, dass beide später die Nummer eins der Welt würden. Außer vielleicht Hartmut!

Immer wieder gelang es ihm, ein Team aus Profis zusammenschweißen. Dazu organisierte er erst einmal Geld. Dann überzeugte er die hochdotierten Stars davon, dass es neben dem normalen, stressigen Turnierzirkus auch noch so etwas wie Mannschaftsgeist gibt. Und um genau den dann auch vorleben zu können, mutierte Hartmut Bielefeld zum Kümmerer. In der Gemütlichkeit der westfälischen Provinz bot er den sonst von Termin zu Termin hetzenden Individualistinnen einen Hauch von Familie.

Erst seine schwere Erkrankung zwang ihn zum Rückzug. Der ist Hartmut Bielefeld alles andere als leicht gefallen. Doch niemals geht man bekanntlich so ganz. Der Tennisverrückte nahm sich in der Folge des Nachwuchses an und die U14-Mädchenmannschaft des TC Blau-Weiß Bocholt unter seine Fittiche. Er förderte, indem er forderte – notfalls auch per Smartphone-App. Zu jeder Stunde, an jedem Tag. Bis zu seinem letzten!

Bocholt hält inne und verneigt sich. Ruhe in Frieden Hartmut.

BERTHOLD BLESENKEMPER

Hartmut Bielefeld

Hartmut Bielefeld bliebt unvergessen. Fotos: Horst Andresen

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