Dax startet vor US-Inflationsdaten positiv in den Handelstag

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Frankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) Der Dax ist am Freitagmorgen positiv in den Handelstag gestartet. Gegen 9:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 25.455 Punkten berechnet, 0,4 Prozent über dem Schlussniveau vom Vortag.
„Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen hat den höchsten Stand seit dem Jahr 2008 erreicht“, sagte Thomas Altmann von QC Partners. „Der letzte Teil des Anstieges ist allerdings nur in Teilen auf die gestrige Zinserhöhung der EZB und deren Zinsausblick zurückzuführen.“
„Praktisch gleichzeitig meldete Saudi-Arabien einen erneuten Rückgang seiner Ölförderung. Und ebenfalls gleichzeitig wurde über das weitere Vorgehen der Huthi-Miliz berichtet, die damit näher an die Meerenge Bab al-Mandab heranrückt. Diese beiden Nachrichten haben den Ölpreis weiter steigen lassen. Und damit die vertraute Kausalkette aus steigendem Ölpreis, steigender Inflationserwartung und steigenden Zinsen in Kraft gesetzt.“
„Besonders stark ist der Zinsanstieg aktuell jedoch im Bereich der kürzeren Laufzeiten. Sichtbar ist das an der Rendite 5- und 10-jähriger Bundespapiere. Beim BOBL-Future, der 5-jährige Bundespapiere abbildet, gab es in den vergangenen 12 Monaten nur einen Handelstag mit einem noch stärkeren Kursrückgang. Beim Schatz-Future, der zweijährige abbildet, war das gestern der schwächste Tag der vergangenen 12 Monate.“
„Der Zinsanstieg führt auch am Aktienmarkt zu verstärkter Unruhe. Sichtbar ist die zunehmende Nervosität am Anstieg der Volatilitätsindizes. Wir sehen verstärkte Gewinnmitnahmen. Die höheren Zinsen verteuern die Finanzierungskosten und werden damit zur Gefahr für die bisherigen Gewinnerwartungen. Aus Anlegersicht werden Anleihen zudem zu einer zunehmend attraktiveren Konkurrenz zu Aktien. Hier tobt jetzt ein Kampf um Kapital und Liquidität.“
„Die Zahl des heutigen Tages ist die US-Inflationsrate für den August. Anleger und Analysten rechnen mit einer Stagnation der Jahresrate bei 3,4 Prozent. Die Inflationsrate ist so etwas wie die letzte wichtige Zahl vor der Zinsentscheidung der Fed am kommenden Mittwoch“, sagte Altmann.
Die europäische Gemeinschaftswährung war am Freitagmorgen etwas schwächer: Ein Euro kostete 1,1609 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8614 Euro zu haben.
Der Goldpreis konnte profitieren, am Morgen wurden für eine Feinunze 4.350 US-Dollar gezahlt (+0,8 Prozent). Das entspricht einem Preis von 120,47 Euro pro Gramm.
Der Ölpreis sank unterdessen stark: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Freitagmorgen gegen 9 Uhr deutscher Zeit 105,20 US-Dollar, das waren 240 Cent oder 2,2 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.
Foto: Anzeigetafel in der Frankfurter Börse – via dts Nachrichtenagentur