Taxi Termath: Insolvenzverfahren aufgehoben – Tarif-Frage bleibt offen

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Das BocholterUnternehmen Taxi Termath hat sein Insolvenzverfahren hinter sich gelassen. Nach Angaben der Kanzlei Stellmach Bröckers wurde das Verfahren am 16. Oktober 2026 aufgehoben. Das Unternehmen und die Beschäftigten sehen den Betrieb gesichert, warnen aber vor weiter steigenden Kosten und fordern von der Politik eine Anpassung des Taxitarifs im Kreis Borken.
Wie Paul Zenke von der auf Restrukturierung und Sanierung spezialisierten Kanzlei Stellmach Bröckers aus Bocholt mitteilte, ist die Sanierung der Taxi Termath oHG damit abgeschlossen. Das 1970 gegründete Unternehmen beschäftigt 66 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, deren Arbeitsplätze nach Angaben der Kanzlei im Wesentlichen erhalten bleiben.
Der Weg dorthin dauerte knapp acht Monate. Am 19. Februar 2026 stellte Taxi Termath einen Insolvenzantrag, das Gericht ließ die Sanierung in Eigenverwaltung zu. Am 1. Mai 2026 wurde das Insolvenzverfahren eröffnet, am 14. Juli 2026 bestätigte die Gläubigerversammlung den vorgelegten Insolvenzplan. Als gerichtlich bestellter Sachwalter beaufsichtigte Rechtsanwalt Dr. Markus Kier das Verfahren. Die Kanzlei Stellmach Bröckers übernahm die insolvenzrechtliche Beratung und Umsetzung.
„Mit der Aufhebung des Insolvenzverfahrens ist ein entscheidender Meilenstein erreicht“, erklärt Zenke. Die erfolgreiche Umsetzung des Insolvenzplans zeige, dass sich auch unter schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen durch konsequente Sanierung und konstruktive Zusammenarbeit eine nachhaltige Lösung erreichen lasse.
Die wirtschaftliche Lage bleibt nach Darstellung des Unternehmens allerdings angespannt. Als wesentliche Belastung nennt Taxi Termath die Tarifbindung an den Taxitarif des Kreises Borken, der zuletzt im Juni 2024 angepasst wurde. Seither seien die Kosten weiter gestiegen, insbesondere durch die Erhöhungen des gesetzlichen Mindestlohns und deutlich höhere Energiepreise.
„Eine zeitnahe Anpassung der Tarife an diese Kostenentwicklung ist bislang nicht absehbar. Nach derzeitiger Einschätzung ist eine entsprechende Anpassung vor dem Ende des ersten Quartals 2027 auch nicht zu erwarten“, sagt Geschäftsführer Detlef Termath. Steigende Aufwendungen könnten so nicht kurzfristig über höhere Fahrpreise aufgefangen werden. Betroffen seien nach seiner Darstellung im Wesentlichen alle im Kreis Borken ansässigen Transportunternehmen, nicht nur Taxi Termath.
Das Unternehmen und seine Berater sehen deshalb die Politik in der Pflicht. Gefordert wird eine Tarifgestaltung, die sich an der tatsächlichen Kostenentwicklung orientiert, damit die Unternehmen langfristig wirtschaftlich tragfähig bleiben und das Mobilitätsangebot in der Region erhalten werden kann.
Für Taxi Termath selbst ist mit der Aufhebung des Verfahrens die Grundlage geschaffen, den Geschäftsbetrieb wieder außerhalb der Insolvenz fortzuführen. Das Unternehmen will sich nach eigenen Angaben nun verstärkt auf Kunden, Beschäftigte und die weitere Entwicklung am Standort Bocholt konzentrieren.